Über uns

Wir sind eine Interessengemeinschaft mit Sitz in Dresden, die sich zur Aufgabe gemacht hat, die meißnisch-sächsische Landesgeschichte im Hochmittelalter zu recherchieren, nachzugestalten und für das Publikum erlebbar zu machen. Wir bewegen uns vorwiegend in dem Zeitraum 1150 bis 1300, also der Epoche, in der die Gebiete östlich von Elbe und Saale stärker erschlossen wurden. Der Einflussbereich des sächsischen Herrschergeschlechtes der Wettiner erstreckte sich im Wechsel der Zeiten über die Marken Meißen, die Ostmark, die Mark Landsberg und das Pleißenland als Pfandbesitz bis nach Thüringen. Dabei geht es uns um eine hochmittelalterliche Darstellung eines speziellen Stückes sächsischer Landesgeschichte, die sich anhand alter Urkunden nachvollziehen läßt. Deshalb stellen wir ausschließlich historisch belegte Personen aus dem Niederadel jener Epoche dar. Im Mittelalterlager erscheinen wir dieser Zeit entsprechend gewandet und gerüstet, kochen im Lager auf offenen Feuer nach mittelalterlichen Rezepten und demonstrieren höfisches Benehmen, Tänze und Tischsitten.

Die Mitgliederseite enthält Informationen zu den historischen Personen, die wir verkörpern. Durch Anklicken des jeweiligen Bildes besteht die Möglichkeit sich näher mit dem benannten Adelsgeschlecht zu beschäftigen.

Schreiben Sie uns bei Interesse oder Fragen eine Email, oder rufen Sie uns an.

Die Gründungsmitglieder der Interessengemeinschaft "Mark Meissen 1200" fanden sich im Herbst 2004 zusammen. Den Impuls dazu gab die Teilnahme an der Erstürmung der Brandenburg in Lauchröden bei Eisenach. Dort trafen wir den Freien Ritterbund Thüringen e.V. und genossen dessen Gastfreundschaft. Schnell stand fest, dass wir uns ganz gezielt mit der Landesgeschichte Sachsens beschäftigen wollen. Das Kerngebiet der Mark Meissen im 12. und 13. Jahrhundert ist nahezu identisch mit dem Freistaat Sachsen in der heutigen Zeit. Daher lag es nahe, sich bei der Auswahl des Gruppennamens auf den historischen Landesnamen zu beziehen. Die Interessengemeinschaft MARK MEISSEN 1200 war geboren.

Die Darstellung sollte sich hauptsächlich auf den niederen Adel - also Ritter und Herren aus der Region - beziehen, so originalgetreu wie möglich sein und viele Aspekte des mittelalterlichen Lebens ansprechen. Im Jahr darauf bauten wir schon eine mannshohe fahrbare Blide - eine Steinschleuder - ,einen Waffenständer und erwarben das erste große Zelt. Wir waren Mitwirkende beim großen Festumzug zur 800-Jahr-Feier der Stadt Dresden 2006.

Seitdem sind wir auch in Kontakt zu anderen Historiengruppen und treten gelegentlich auch gemeinsam auf. Unter anderem mit "hôchmúot", die sich auf die Darstellung hochadligen, höfischen Lebens spezialisiert haben. Und den "Freien von der Karlshöhe", die den Kampf zu Pferd mit Schwert und Lanze trainieren.

Unser Lager umfasst mittlerweile 8 Zelte verschiedener Art und Größe, eine variable Kochstelle und einen großen Baldachin, unter dem bei den gemeinsamen Mahlzeiten bis zu 25 Personen an Tischen und Bänken Platz finden.

Herren und Ritter

Heinrich von Colditz Otto von Donin Boriwo de Tarant
Ralf J. Tino G. Kephas K.
Dietrich von Schönberg Tammo von Schönfeld Friedrich von Zehmen
André W. Ralf G. Erik A.

Damen

Jutta von Wildenfels Sophia von Schönfeld Mathilde von Heinsberg Aba von Radeberg
Anika K. Manuela S. Sabine E. Ulrike M.
Mabilia von Rosenberg Christiane von Schwarzburg Bertha von Schönburg Kunigunde von Freiberg
Monique R. Vera G. Jenny K. Alrun H.
Adelheid von Landsberg Hildegard von Schönberg
Kristina S. Beate L.

Knappen

Heinrich von Wildenfels Botho von Ileburg Otto von Gersdorf Ulrich von Maltitz
Sebastian K. André L. Mathias H. Nico H.

Bürger, Knechte, junge Damen und Mägde

Heinrich Roßmargk Knecht Jan Magd Barbara Bertha von Colditz
Ronny L. Jan J. Bärbel K. Jasmin J.

Als "Mark Meissen 1200" sind wir gemeinsam mit anderen Gruppen regelmässig Mitwirkende an verschiedenen Mittelalterlagern: z.B. zu Pfingsten auf Schloss Weesenstein und Anfang Juni auf der Brandenburg in Thüringen. Wir werden zu Stadtfesten und historischen Umzügen eingeladen, treten auf Wunsch aber auch gern in Schulen bei Projektwochen auf.

Die Kinder können aus eigener Anschauung erleben, wie sich ein Ritter rüstet und welche Kleidung er und seine Gemahlin trugen. Sie können Bogenschießen ausprobieren oder zusehen wie eine Steinschleuder funktioniert. Außerdem zeigen und erzählen wir gern etwas darüber, wie man mit der Hand Kleidung herstellte und welche Lebensmittel die Menschen im 13. Jahrhundert noch nicht kannten. Auch das Einstudieren eines historischen und einfach zu erlernenden Rundtanzes wird Kinder wie Erwachsene begeistern.

Vorführung in der Poisentalgrundschule in Freital

Der Familientag im Landesmuseum für Vorgeschichte in Dresden

Die Herren von Wildenfels

Die Herren von Wildenfels sind edelfreier oder reichsministerialer Herkunft und hatten ihren Stammsitz südöstlich von Zwickau in direkter Nachbarschaft zur Herrschaft (Grafschaft) Hartenstein. 1119 tauchen in einer thüringischen Urkunde erstmals die Brüder Christian und Anargk auf, wobei nicht genau geklärt werden kann, ob sie sich von Wilden oder von Wildenfels nennen.

Der erste mir sicher bekannte Wildenfelser ist HEINRICH I. VON WILDENFELS (um 1180 – nach 1223), der mit Jutta (Haus unbekannt) verheiratet war. In seinen Jugendjahren wurde die Burg Wildenfels auf einem Bergsporn mit Palas errichtet. Sein Sohn Heinrich II. von Wildenfels (vor 1223 – nach 1274) wird 1240 in einer Schenkungsurkunde Meinherr II. von Hartenstein, Burggraf von Meißen an das Kloster Grünhain, als Zeuge genannt. Dessen Sohn Heinrich III. von Wildenfels wurde vermutlich um 1250 geboren und starb 1322. Er war mit Kunigunde von Wolkenstein, der Tochter Anargs von Waldenburg – Wolkenstein und der Adelheid von Plauen, verheiratet. Ihnen folgt Johann von Wildenfels (um 1300 – nach 1348), dessen Tochter Bertha (II.) mit Thimo VII. von Colditz, dem Marschall des Markgrafen von Meißen verheiratet war. Deren Tochter Agnes von Colditz (vor 1363 – 1385) heiratete sogar Graf Ernst von Gleichen, der 1395 starb. Mir ist noch eine weitere Tochter aus dem Haus Wildenfels bekannt, die den Lebensdaten nach bei Heinrich III. einzuordnen ist. Mechthild von Wildenfels starb nach 1335 und war mit Hermann V. von Schönburg – Glauchau verheiratet.

1356 tragen Hanns und Heinrich (IV.) ihr Schloss freiwillig Kaiser Karl IV. (auch König von Böhmen) als königlich böhmisches Lehen an, um sich dem wettinischen Einfluss zu entziehen. 1401 verkauft Wenzel von Wildenfels die Dörfer Grün (Kalkgrün) und Oelsnitz dem Kloster Grünhain. 1407 verzichtet Anargk von Wildenfels auf alle seine Rechte am Kloster Zelle und wird im Gegenzug vom Propst zu St. Moritz in Naumburg vom Banne losgesprochen. Bereits kurz darauf kam es zu Streitigkeiten mit der Papstkirche, was die Veräußerung der Herrschaft Wildenfels zur Folge hatte.

1410 wird Conrad von Tettau als Besitzer von Wildenfels genannt. 1422 werden die Herren von Pflugk Besitzer von Wildenfels. Von 1450 – 54 ist der Burggraf von Meißen der Herr auf Wildenfels, dann sind es die Vögte von Weida bis 1531. 1531 geht Wildenfels an den kurfürstlichen Rat Graf Hanns Heinrich von Schwarzburg der es 1536 wieder an Anargk von Wildenfels, Herr auf Ronneburg und Schönkirchen verkauft. Die ganze Zeit über (zwischen 1410 – 1536) scheinen sich die Herren von Wildenfels gewisse Vorrechte an ihrer Herrschaft vorbehalten zu haben, sodass sämtliche Zwischenbesitzer nur unterpfändlich darauf gesessen haben, denn 1450 wird ein Heinrich von Wildenfels als Besitzer des Schlosses Wildenfels genannt. Dieser verkauft auch 1451 einige Zinsen und Güter in Reinsdorf an einen Nic Reinhold. 1508 verklagen die Herren von Wildenfels die Gerichte zu Schlema wegen Verweigerung des Bergzehnten.

Der bereits erwähnte Anargk von Wildenfels war eine berühmte Persönlichkeit. 1535 wurde er von Herzog Georg mit den drei Vorwerken in Oelsnitz samt allen Rechten über das Dorf, dem Gut Steinhübel und weiteren Ländereien belehnt. 1536 bringt er neben Ronneburg und Schönkirchen auch Wildenfels wieder fest in den Besitz der Familie. Kurfürst Johann dem Beständigen leistet er während der Reformation viele Dienste und ist auch besonders bei den Kirchen – Visitationen im Erzgebirge tätig. Bei einer Kirchenrevision starb er und liegt in Härtensdorf begraben. Sein Sohn Heinrich starb 1558 und hinterließ seinerseits einen dreijährigen Sohn Namens Anargk Friedrich (1555 – 1602).

In den Folgejahren erlitt die Herrschaft Wildenfels durch Streitigkeiten so manchen Schaden. Am 26. Februar 1602 starb Anargk Friedrich von Wildenfels als Letzter seines Stammes in Prag und wurde in Härtensdorf bestattet. Nun konnte Kurfürst August sein bereits 1585 gegebenes Versprechen an die Grafen von Solms einlösen. Er gab Herrschaft und Schloss Wildenfels an die Grafen von Solms, die bis zur Vertreibung nach dem 2. Weltkrieg auf Wildenfels saßen.

Text: Ralf Jung

Quellen: www.dirkpeters.net
Festschriften zum Heimatfest von 1925, 1963 und 1983
Geschichte von Stadt und Schloss Wildenfels

Die Herren von Wildenfels

Die Herren von Wildenfels sind edelfreier oder reichsministerialer Herkunft und hatten ihren Stammsitz südöstlich von Zwickau in direkter Nachbarschaft zur Herrschaft (Grafschaft) Hartenstein. 1119 tauchen in einer thüringischen Urkunde erstmals die Brüder Christian und Anargk auf, wobei nicht genau geklärt werden kann, ob sie sich von Wilden oder von Wildenfels nennen.

Der erste mir sicher bekannte Wildenfelser ist Heinrich I. von Wildenfels (um 1180 – nach 1223), der mit JUTTA (Haus unbekannt) verheiratet war. In seinen Jugendjahren wurde die Burg Wildenfels auf einem Bergsporn mit Palas errichtet. Sein Sohn Heinrich II. von Wildenfels (vor 1223 – nach 1274) wird 1240 in einer Schenkungsurkunde Meinherr II. von Hartenstein, Burggraf von Meißen an das Kloster Grünhain, als Zeuge genannt. Dessen Sohn Heinrich III. von Wildenfels wurde vermutlich um 1250 geboren und starb 1322. Er war mit Kunigunde von Wolkenstein, der Tochter Anargs von Waldenburg – Wolkenstein und der Adelheid von Plauen, verheiratet. Ihnen folgt Johann von Wildenfels (um 1300 – nach 1348), dessen Tochter Bertha (II.) mit Thimo VII. von Colditz, dem Marschall des Markgrafen von Meißen verheiratet war. Deren Tochter Agnes von Colditz (vor 1363 – 1385) heiratete sogar Graf Ernst von Gleichen, der 1395 starb. Mir ist noch eine weitere Tochter aus dem Haus Wildenfels bekannt, die den Lebensdaten nach bei Heinrich III. einzuordnen ist. Mechthild von Wildenfels starb nach 1335 und war mit Hermann V. von Schönburg – Glauchau verheiratet.

1356 tragen Hanns und Heinrich (IV.) ihr Schloss freiwillig Kaiser Karl IV. (auch König von Böhmen) als königlich böhmisches Lehen an, um sich dem wettinischen Einfluss zu entziehen. 1401 verkauft Wenzel von Wildenfels die Dörfer Grün (Kalkgrün) und Oelsnitz dem Kloster Grünhain. 1407 verzichtet Anargk von Wildenfels auf alle seine Rechte am Kloster Zelle und wird im Gegenzug vom Propst zu St. Moritz in Naumburg vom Banne losgesprochen. Bereits kurz darauf kam es zu Streitigkeiten mit der Papstkirche, was die Veräußerung der Herrschaft Wildenfels zur Folge hatte.

1410 wird Conrad von Tettau als Besitzer von Wildenfels genannt. 1422 werden die Herren von Pflugk Besitzer von Wildenfels. Von 1450 – 54 ist der Burggraf von Meißen der Herr auf Wildenfels, dann sind es die Vögte von Weida bis 1531. 1531 geht Wildenfels an den kurfürstlichen Rat Graf Hanns Heinrich von Schwarzburg der es 1536 wieder an Anargk von Wildenfels, Herr auf Ronneburg und Schönkirchen verkauft. Die ganze Zeit über (zwischen 1410 – 1536) scheinen sich die Herren von Wildenfels gewisse Vorrechte an ihrer Herrschaft vorbehalten zu haben, sodass sämtliche Zwischenbesitzer nur unterpfändlich darauf gesessen haben, denn 1450 wird ein Heinrich von Wildenfels als Besitzer des Schlosses Wildenfels genannt. Dieser verkauft auch 1451 einige Zinsen und Güter in Reinsdorf an einen Nic Reinhold. 1508 verklagen die Herren von Wildenfels die Gerichte zu Schlema wegen Verweigerung des Bergzehnten.

Der bereits erwähnte Anargk von Wildenfels war eine berühmte Persönlichkeit. 1535 wurde er von Herzog Georg mit den drei Vorwerken in Oelsnitz samt allen Rechten über das Dorf, dem Gut Steinhübel und weiteren Ländereien belehnt. 1536 bringt er neben Ronneburg und Schönkirchen auch Wildenfels wieder fest in den Besitz der Familie. Kurfürst Johann dem Beständigen leistet er während der Reformation viele Dienste und ist auch besonders bei den Kirchen – Visitationen im Erzgebirge tätig. Bei einer Kirchenrevision starb er und liegt in Härtensdorf begraben. Sein Sohn Heinrich starb 1558 und hinterließ seinerseits einen dreijährigen Sohn Namens Anargk Friedrich (1555 – 1602).

In den Folgejahren erlitt die Herrschaft Wildenfels durch Streitigkeiten so manchen Schaden. Am 26. Februar 1602 starb Anargk Friedrich von Wildenfels als Letzter seines Stammes in Prag und wurde in Härtensdorf bestattet. Nun konnte Kurfürst August sein bereits 1585 gegebenes Versprechen an die Grafen von Solms einlösen. Er gab Herrschaft und Schloss Wildenfels an die Grafen von Solms, die bis zur Vertreibung nach dem 2. Weltkrieg auf Wildenfels saßen.

Text: Ralf Jung

Quellen: www.dirkpeters.net
Festschriften zum Heimatfest von 1925, 1963 und 1983
Geschichte von Stadt und Schloss Wildenfels

Die Vögte von Freiberg

Über die Vögte von Freiberg gibt es zur Zeit so gut wie keine Daten. Das nun Folgende ist also mehr als ein Rekonstruktionsversuch der Lebensdaten zu verstehen.

Im Jahr 1173 wurde mit dem Bau einer Burg begonnen, um die Silberproduktion der im Entstehen befindlichen Stadt Freiberg abzusichern und zu überwachen. Markgraf Otto von Meißen, den man später den Reichen nennen sollte, setzt auf dieser Burg um 1175 einen seiner ministerialen Ritter als Vogt ein. Von welchem Geschlecht der Ministeriale abstammt ist leider nicht zu ermitteln. Fakt ist, dass sich dieser Vogt, Heinrich von Freiberg nennt und wohl um 1150 geboren wurde. Dem Vogt unterstanden der Münzmeister, der Bergmeister und die Zehnter (Steuereintreiber). Vogt Heinrich wird wohl bis ca. 1210 gelebt haben und hatte mit seiner Gemahlin, die ebenfalls unbekannt ist, mindestens eine Tochter gezeugt.

KUNIGUNDE VON FREIBERG wurde wahrscheinlich zwischen 1190 und 1200 geboren und heiratete um 1210 den Ritter Ulrich (genannt der Ältere) von Maltitz, der auch ein Ministerialer des Markgrafen war und Besitzungen bei Freiberg hatte. Unklar ist, ob er diese Besitzungen durch die Heirat mit Kunigunde erwarb, oder ob er sie bereits vorher schon besaß. Ulrich wurde vermutlich um 1180 / 90 geboren, war 1224 in Nürnberg am Hofe König Heinrich VII. anwesend, begab sich 1227 auf bewaffnete Kreuzfahrt und wurde noch zwischen 1241 und 1244 im Gefolge Markgraf Heinrich des Erlauchten genannt. Um 1245 scheint er gestorben zu sein. Sein gleichnamiger Sohn Ulrich (genannt der Jüngere) wurde um 1210 / 20 geboren und heiratete 1241 Brigitte von Honsberg. Kunigunde von Freiberg könnte durchaus bis 1250 gelebt haben, wofür es aber keine Belege gibt.

Urkunden der Stadt Freiberg nennen weitere Vertreter der Vögte von Freiberg. 1223 überträgt ein Ripert, Vogt zu Freiberg, 2 Hofstätten mit einem Jahreszins von 10 Solidi dem Kloster Riesa. Mit ihm wird sein Sohn Heinrich genannt. 1227 ist Heinrich der Vogt von Freiberg und bestimmt dem Hospital zu Freiberg einige seiner Einkünfte zur Speisung von 5 Armen (eine Spende zu wohltätigen Zwecken). Sein gleichnamiger Sohn Heinrich wird in dieser Urkunde ebenfalls erwähnt. 1230 urkundet ein Ripert in Freiberg, der sich Ritter und Bürger zu Freiberg und Sohn des Vogtes Ripert nennt. Er scheint damit ein Bruder des Vogtes Heinrich zu sein, der hier als Zeuge auftritt. 1241 wird ein Matheus als Vogt genannt. Ob es sich dabei um den Vogt von Freiberg handelte ist unklar. 1255 tritt Nicolaus, Vogt von Freiberg als Zeuge in zwei Urkunden des Markgrafen von Meißen auf.

Für die 2. Hälfte des 13. Jh. ist in den Freiberger Urkunden kein Vogt von Freiberg mehr nachweisbar. Entweder hatte der Markgraf dieses Amt abgeschafft und die Vögte von Freiberg sind im Patriziat der Stadt aufgegangen, oder die Vögte haben einfach nur nicht mehr als Zeugen unterschrieben. Angesichts der Bedeutung mancher Urkunden für Freiberg und der Anzahl der Zeugen, ist dies aber unwahrscheinlich.

Es gab auch noch im 15. Jh. Vertreter des Namens von Freiberg. Nachweislich gab es eine Barbara von Freiberg, die in der 1. Hälfte des 15. Jh. lebte und mit Hans II. von Oppen (um 1400 – 1453) verheiratet war. Ob es sich dabei um eine Nachfahrin der Vögte von Freiberg handelte ist nicht bekannt. Ein Wappen konnte ich bis jetzt noch nicht ausfindig machen (ich bin für jede Hilfe dankbar).

Text: Ralf Jung
Quellen: Urkunden der Stadt Freiberg im 13. Jh.

Wappen der Ritter von Maltitz (für Kunigunde als Frau von Maltitz)

Die Vögte von Freiberg

Über die Vögte von Freiberg gibt es zur Zeit so gut wie keine Daten. Das nun Folgende ist also mehr als ein Rekonstruktionsversuch der Lebensdaten zu verstehen.

Im Jahr 1173 wurde mit dem Bau einer Burg begonnen, um die Silberproduktion der im Entstehen befindlichen Stadt Freiberg abzusichern und zu überwachen. Markgraf Otto von Meißen, den man später den Reichen nennen sollte, setzt auf dieser Burg um 1175 einen seiner ministerialen Ritter als Vogt ein. Von welchem Geschlecht der Ministeriale abstammt ist leider nicht zu ermitteln. Fakt ist, dass sich dieser Vogt, Heinrich von Freiberg nennt und wohl um 1150 geboren wurde. Dem Vogt unterstanden der Münzmeister, der Bergmeister und die Zehnter (Steuereintreiber). Vogt Heinrich wird wohl bis ca. 1210 gelebt haben und hatte mit seiner Gemahlin, die ebenfalls unbekannt ist, mindestens eine Tochter gezeugt.

Ritter Ulrich (genannt der Ältere) von Maltitz, der auch ein Ministerialer des Markgrafen war und Besitzungen bei Freiberg hatte, heiratete um 1210 Kundigunde von Freiberg. Unklar ist, ob er diese Besitzungen durch die Heirat mit Kunigunde erwarb, oder ob er sie bereits vorher schon besaß. Ulrich wurde vermutlich um 1180 / 90 geboren, war 1224 in Nürnberg am Hofe König Heinrich VII. anwesend, begab sich 1227 auf bewaffnete Kreuzfahrt und wurde noch zwischen 1241 und 1244 im Gefolge Markgraf Heinrich des Erlauchten genannt. Um 1245 scheint er gestorben zu sein. Sein gleichnamiger Sohn Ulrich (genannt der Jüngere) wurde um 1210 / 20 geboren und heiratete 1241 Brigitte von Honsberg. Kunigunde von Freiberg könnte durchaus bis 1250 gelebt haben, wofür es aber keine Belege gibt.

Urkunden der Stadt Freiberg nennen weitere Vertreter der Vögte von Freiberg. 1223 überträgt ein Ripert, Vogt zu Freiberg, 2 Hofstätten mit einem Jahreszins von 10 Solidi dem Kloster Riesa. Mit ihm wird sein Sohn Heinrich genannt. 1227 ist Heinrich der Vogt von Freiberg und bestimmt dem Hospital zu Freiberg einige seiner Einkünfte zur Speisung von 5 Armen (eine Spende zu wohltätigen Zwecken). Sein gleichnamiger Sohn Heinrich wird in dieser Urkunde ebenfalls erwähnt. 1230 urkundet ein Ripert in Freiberg, der sich Ritter und Bürger zu Freiberg und Sohn des Vogtes Ripert nennt. Er scheint damit ein Bruder des Vogtes Heinrich zu sein, der hier als Zeuge auftritt. 1241 wird ein Matheus als Vogt genannt. Ob es sich dabei um den Vogt von Freiberg handelte ist unklar. 1255 tritt Nicolaus, Vogt von Freiberg als Zeuge in zwei Urkunden des Markgrafen von Meißen auf.

Für die 2. Hälfte des 13. Jh. ist in den Freiberger Urkunden kein Vogt von Freiberg mehr nachweisbar. Entweder hatte der Markgraf dieses Amt abgeschafft und die Vögte von Freiberg sind im Patriziat der Stadt aufgegangen, oder die Vögte haben einfach nur nicht mehr als Zeugen unterschrieben. Angesichts der Bedeutung mancher Urkunden für Freiberg und der Anzahl der Zeugen, ist dies aber unwahrscheinlich.

Es gab auch noch im 15. Jh. Vertreter des Namens von Freiberg. Nachweislich gab es eine Barbara von Freiberg, die in der 1. Hälfte des 15. Jh. lebte und mit Hans II. von Oppen (um 1400 – 1453) verheiratet war. Ob es sich dabei um eine Nachfahrin der Vögte von Freiberg handelte ist nicht bekannt. Ein Wappen konnte ich bis jetzt noch nicht ausfindig machen (ich bin für jede Hilfe dankbar).

Text: Ralf Jung
Quellen: Urkunden der Stadt Freiberg im 13. Jh.

Wappen der Ritter von Maltitz (für Kunigunde als Frau von Maltitz)

Die Schenken von Landsberg

Die Ursprünge der Schenken von Landsberg sind nicht eindeutig nachzuvollziehen. Im ausgehenden 12. und beginnenden 13. Jahrhundert sind mehrere Ministerialen mit Namen „von Landsberg“ im Umfeld der Markgrafen der Lausitz und Ostmark sowie der Markgrafen von Meißen nachweisbar. Unter diesen ist allerdings nur einer, der den Titel eines Schenken führt. Otto pincerna de Landisberg ist mit seinen Brüdern Conradus nd Vulradus sind in einer Urkunde des Markgrafen Konrads vom 3. Juni 1207 unter den Zeugen aufgeführt. Trotz vielfältiger Urkundenbelege lässt sich vor dem 14. Jahrhundert kein gesicherter Stammbaum beschreiben.

Frauen sind im 12. und 13. Jahrhundert nicht namentlich nachweisbar. Botho von Ileburg (urkundl. 1239-1287/88) ist gemäß Diplomatarium Ileburgense von Georg Adalbert von Mühlverstedt Seite 74ff mit Adelheid (Schenk) von Landsberg (-nach 1288/vor 1298) verheiratet.

Aus dieser Urkunde ist das Wittum Adelheids bekannt, welches die Dörfer Kavertitz (Cavertitz), Sornewitz (Sörnewitz), Buch (Bucha), Lintberg (Ortswüstung Limberg NO Zeuckritz), Treptitz und Zekeritz (Zeuckritz), sämtlichst in der Umgebung von Mühlberg, umfasst.

1181 werden Otto (-1212), Volrad (-1222), Dietrich und Conrad (-1222) von Landsberg urkundlich als Zeugen erwähnt (Zusammen mit Konrad von Ileburg). 1276 und 1282 ist Heinemann von Landsberg, in meissnischen Diensten, nachweisbar. Zusammen mit Botho und Otto von Ileburg ist 1282 in der Stiftungsurkunde von Finsterwalde ein Kuno von Landsberg aufgeführt. 1283 verkauft Konrad von Landsberg ein Freigut an Botho von Ileburg. Möglich, dass es sich hierbei also um nahe Verwandte Adelheids handelte. Um 1290 ist noch ein Edelfreier namens Hermann von Landsberg als Getreuer Margkraf Dietrichs aufgeführt. Dass verwandtschaftliche Verhältnisse zwischen den Geschlechtern bestehen, zeigt eine Urkunde von 1298 indem Fridhelm von Landsberg als Verwandter Ottos d. J. von Ileburg erscheint. Inwieweit alle erwähnten Personen zu einer Familie gehören, ist nicht nachzuvollziehen. Friedhelm von Landsberg soll drei Rosen im Wappen geführt haben, während das spätere Geschlecht der Schenken von Landsberg einen Schwarzen Löwen auf weißem Felde führte.

Bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts ist das Ministerialengeschlecht der Schenken von Landsberg in der Umgebung von Landsberg nachweisbar, dazu kommen ab 1235 Lehen in Seyda und ab 1317 in Teupitz Zwischenzeitlich führen Teile der Familie auch den Namen Schenk von Sydow (Syden) oder Schenk von Schenkendorf. Seit dem späteren 14. Jahrhundert wird die Familie als freiherrlich geführt. Mit Albrecht Schenk von Landsberg (urkundl. 1342-1363) scheint der Schenkentitel endgültig Namensbestandteil geworden zu sein.

Erbschaftsstreitigkeiten führten 1508 zum Rechtsstreit und zur Fehde zwischen Otto Schenk zu Landsberg und der Meißner Linie der Wettiner (Markgrafen von Meißen damals bereits sächsische Herzöge). In diesem Zusammenhang wurde 1509 die Reichsacht über Otto von Landsberg verhängt. Dass die Burg Landsberg in diesem Zusammenhang bis auf die heute noch bestehende Doppelkapelle geschliffen wurde, wird nach neueren Erkenntnissen bezweifelt, da die Burg bereits vorher verfiel. Auch die Stadt Landsberg fiel unter diese Reichsacht und erhielt erst 1597 das Stadtrecht zurück, jedoch mit der Auflage keine Mauern zu errichten. Im 16. Jahrhunder war die Familie noch in der Region um Teupitz und Königswusterhausen, dem heutigen Amt Schenkenländchen, begütert. Das Geschlecht der Schenken von Landsberg stirbt 1721 mit dem Tod Ludwig-Alexanders Schenk von Landsberg aus.

Quellen:
1) Vasallengeschlechter der Markgrafen zu Meissen; Clemens Hausen, Berlin, 1892
2) Ersterwähungsurkunde Finsterwalde
3) Inventarium Diplomaticum Historiae Saxoniae Superioris, Christian Schöttgen, Halle, 1747
4) Geschichte der Herrschaft Teupitz und ihres Herrengeschlechts den Schenken zu Landsberg, Rudolf Biedermann, Herold 1933/34
5) Bemerkungen u Rudolf Biedermanns „Geschichte von…“ (vgl. 4), Arnold Berg, familien-geschichtliche Blätter, 33-Jahrgang 1934
6) Diplomatarium Ileburgense. Urkunden-Sammlung zur Geschichte und Genealogie der Grafen zu Eulenburg, Tl. 1; Mühlverstedt, Georg Adalbert von [Hrsg.]. - Magdeburg (1877)

Text: Kristina Schulz

Die Herren von Ileburg

Das Geschlecht derer von Ileburg (in unterschiedlichen Schreibweisen: Ylburc, Hilburch, Ileburg) ist als Stammliste ab 1170 beginnend mit Konrad von Ileburg nachweisbar. Die Herkunft jedoch ist in einem Vasallengeschlecht der Wettiner zu finden. 1156 ist ein Ulrich castellanus de witin mit seinen Söhnen Ulrich, Conrad und Egilof urkundlich nachweisbar. Während der erstgeborene Sohn Ulrich und dessen Nachfahren weiterhin um Wettin ansässig sind und später den Titel von Burggrafen führen, ist im zweitgeborenen Sohn Konrad der Ahnenherr der Ileburger zu sehen.

Nachdem das Grafengeschlecht der Ileburger mit dem Tod Dietrich Graf von Landsberg und Ileburg ausstirbt, fällt die Herrschaft an die ihnen verwandte meissnische Linie der Wettiner. 1170 setzt Markgraf Otto den oben erwähnten Konrad (urkundl. 1156- 1181) als Vogt über die Herrschaft Ileburg ein. Seit diesem Zeitpunkt führt Konrad nicht mehr den Namenszusatz von Wettin sondern nennt sich fortan von Ileburg.

Den ursprünglichen Rang der Familie zu bestimmen gestaltet sich schwierig. Während Ulrich castellanus de witin zusammen mit seinen nicht namentlich genannten Brüdern Conrad und Egilof in einer Urkunde vom 28. Mai 1178 als nobiles geführt wird, ist Conrad von Ileburg in einer Urkunde vom 28. Juli 1181 im Gegensatz zu seinem ebenfalls genannten älteren Bruder Ulrich, Burggraf von Wettin, unter den Ministerialen genannt. Conrad von Wettin sowie seine Söhne Botho (urkundl. 1191 – vor 1230) und Otto (urkundl. 1199 bis 1241) werden mal unter den nobiles aufgeführt, mal unter den Ministerialen.

Botho und Otto von Ileburg, die Söhne Konrads, führen beide den Titel des Vogts von Ileburg. Der Nachwelt sind sie durch die Gründung des Klosters Marienstern (früher Güldenstern) im Jahre 1228 in Mühlberg an der Elbe in Erinnerung geblieben. Beide, wie auch ihre Nachfahren schenkten dem Kloster regelmäßig Dörfer und andere Besitzungen.

Otto hatte nachweislich zwei Söhne, Otto (urkundl. 1241-1295) und Botho von Ileburg (urkundl. 1245-1287/88). Die Familie ist in und um Ileburg, Übigau, Wahrenbrück, Liebenwerda und Mühlberg begütert. 1253 wird Botho auch als Vogt von Torgau bezeichnet. Aus einer Urkunde seines Sohnes Otto (genannt der Jüngere) wissen wir, dass Botho mit Adelheid, wahrscheinlich aus dem Geschlecht der Schenken von Landsberg, verheiratet war.

Frühe Zeugnisse der Familie zeigen sich nicht nur in ihrem Hauskloster Marienstern, sondern auch auf den Quedlinburger Wappenkästchen ist das Wappen der Ileburger zu sehen. Zudem sind mehrere Siegel des 13. Jahrhunderts erhalten die auch über die Entwicklung des Familienwappens Auskunft geben. Botho führte im Unterschied zu seinem Vater Otto von Ileburg achtstrahlige Sterne im Wappen, während sein älterer Bruder Otto im Unterschied zum Vater der Löwen gespiegelt im Wappen führte.

Die Besitzungen der Familie erweiterten sich zunächst im meissnischen Gebiet und im ausgehenden 13. Jahrhundert sind erste ritterbürtige Vasallen im Dienste der Ileburger nachweisbar. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts verkauften die Herren von Ileburg jedoch, sicher nicht ohne Druck, ihre Besitzungen in der Markgrafschaft Meißen und siedelten zunächst in die Lausitz und weiter nach Böhmen über. Einzelne Familienmitglieder sind auch in den Diensten der Markgrafen von Brandenburg nachweisbar. Aus der lausitzer bzw. der ostpreußischen Linie gehen die späteren Grafen zu Eulenburg hervor. Die Familie besteht bis heute.

Quellen:
Diplomatarium Ileburgense : Urkunden-Sammlung z. Geschichte u. Genealogie d. Grafen zu Eulenburg; George Adalbert von Mühlverstedt; Magdeburg, 1877
Vasallengeschlechter der Markgrafen zu Meissen; Clemens Hausen, Berlin, 1892
Wikipedia Eulenburg (Adelsgechlecht)
Mitteldeutsche Beiträge zur deutschen Verfassungsgeschichte des Mittalters; von Walter Schlesinger; S.94
Entwurf Einer Urkundlich-Pragmatischen Geschichte des Gesammten Pleisnerlandes; von Karl Limmer
Pagus Neletici et Nudzici, oder ... diplomatisch-historische Beschreibung des zum ... Hertzogthum Magdeburg gehörigen Saal-Creyses, und aller darinnen befindlichen Städte, Schlösser, Band 2

Text: André Lage

Die Herren von Schönburg

Wie bereits bei den Schönbergern ausgeführt, scheint es im Ursprung der Geschlechter von Schönburg und von Schönberg Überschneidungen zu geben. So verwundert es nicht, dass auch bei den Schönburgern Hugo de Sconenberg als Ahnherr angegeben wird. Mit Hugo († nach 1172), der Truchsess des Bischofs von Naumburg gewesen sein soll, beginnt die Ahnenreihe. Mit seiner Frau, genannt Walperga, hatte er fünf Söhne: Hermann I. († nach 1186), Konrad († 1186), Hugo († 1197), Bodo († 1217) und Albrecht († 1217). Der Sohn Hermann I. von Schönburg ist Hermann II. († nach 1224) und dessen Sohn ist Hermann III. († nach 1238). Hermann III. war mit Gertrud von Kamenz († nach 1218) verheiratet und hatte drei Kinder. Friedrich I. († 1291), der mit einer Tochter des Hauses von Colditz verheiratet war, Bertha von Schönburg (um 1210 – 1258) und Agatha (um 1220 – 1247). Berthas Gatte war Otto von Gersdorff (um 1200 – 1259) und Agatha war mit Günther von Crimmitschau (um 1220 – 1288) verheiratet, der vor Volrad von Colditz bis 1247 Landrichter des Pleißenlandes war.

Friedrich I. hatte zahlreiche Kinder: Hermann IV. († 1301), Friedrich II. († 1299), Friedrich III. († 1310), Agatha (II.) († 1280), Dietrich I. († 1317) und Heinrich I. († 1309). Friedrich III. war mit Mechthild von Plauen – Gera († nach 1309) verheiratet und hatte ebenfalls viele Kinder. Hermann IV. von Schönburg hatte eine Gemahlin Namens Sophie von Lobdeburg und deren Kinder sind Friedrich IV. von Schönburg – Crimmitschau († nach 1347) und Kunigunde von Schönburg († nach 1317). Friedrich IV. war mit Agnes von Kittlitz verheiratet und Kunigundes Gatte hieß Johann von Senftenberg. An dieser Stelle unterbreche ich die Aufzählung der Ahnenreihe, die noch endlos weiter ginge.

Die Schönburger beteiligten sich, wie alle anderen Adelsgeschlechter auch, am Ausbau und an der Besiedlung des Pleißenlandes. Als Ausgangspunkt dienten dabei ihre Burgen Glauchau und Lichtenstein, die Ende des 12. Jahrhunderts erbaut wurden. 1233 gründeten sie das Hauskloster in Geringswalde und durch die Schwächung des Königtums strebten sie nach dem Aufbau einer eigenen Landesherrschaft. Durch den Expansionsdrang der Wettiner waren die Schönburger (wie viele andere Adelsfamilien auch) dazu gezwungen, sich unter die Lehnshoheit der böhmischen Krone zu begeben. In den darauffolgenden Jahrhunderten erweiterten sie ihre Besitzungen um Crimmitschau, Stollberg, Waldenburg, Hartenstein usw. Sie betrieben sächsische Politik und stiegen im Laufe der Zeit in der Gesellschaft auf: 1700 Reichsgrafen, 1790 Reichsfürstenstand für Otto Carl Friedrich und die Linie Schönburg – Waldenburg. 1740 wurden die Schönburgischen Besitzungen in den sächsischen Territorialstaat eingegliedert, unter Beibehaltung eines Sonderstatus bis 1878. Die Schönburger beteiligten sich am Silberbergbau und an der Steinkohleförderung und Begleiteten in der sächsischen Armee, im Gesandtschaftswesen und am sächsischen Hof einflussreiche Ämter. Sie gründeten Städte und ließen zahlreiche Schlösser, Burgen, Kirchen und öffentliche Gebäude erbauen. Die Schönburger gehörten zu den meistbegüterten Adelsgeschlechtern in Sachsen und wurden 1945 enteignet.

Text: Ralf Jung

Quellen: genealogy.euweb.cz/schonburg/schonburg1.html
dirkpeters.net

Die Ritter von Radeberg

Die Ahnen der Ritter von Radeberg haben im 12. Jh. auf Gröbern, NO von Meißen gesessen und banden sich wohl auch schon früh an die Burggrafen von Meißen, in deren Diensten sie als Burgmannen auf der Reichsburg Meißen tätig waren. 1180 wird als Ahnherr der Radeberger, der Ritter Thimo von Gröbern erwähnt, der Gröbern zu vollem Eigen (Allodialgut) hatte. Seine Gemahlin ist leider unbekannt, aber als seine Söhne werden Arnold und Heinrich genannt. Sie sollen bereits auf Radeburg und Radeberg ansässig gewesen sein und nannten sich von Radeberg.

Arnold von Radeberg war mit ABA verheiratet, deren Herkunft nicht bekannt ist. Heinrich von Radeberg war ein Gefolgsmann der Herren von Kamenz. 1219 wird mit Werner von Radeberg ein geistlicher Vertreter des Rittergeschlechtes erwähnt. Er nimmt im besagten Jahr im Gefolge des Bischofs Bruno II. von Meißen an einer Kapellenweihe in Schwerta bei Mügeln teil. Arnold und Aba von Radeberg haben zwei Söhne und eine Tochter. Thimo und sein jüngerer Bruder Arnold sitzen als Ritter auf Radeberg, ihre Schwester Agnes lebt im Hospital von Meißen. Thimo schenkt diesem Hospital 1233 für das Seelenheil seiner verstorbenen Eltern und Großeltern sein Eigengut Gröbern. Im August 1233 findet auf dem Colmberg bei Oschatz das Landesthing statt, wo Thimo und Arnold von Radeberg den Weinberg „Rodewanesberch“ dem Markgrafen Heinrich (dem Erlauchten) von Meißen auflassen, von dem sie das Gut zu Lehen hatten. Heinrich schenkt den Weinberg dem Kreuzkloster bei Meißen.

Im November 1235 gibt Thimo an seinen Lehnsherren den Burggrafen Meinherr II. von Meißen sein Lehen in Reichenberg (4 Hufen Land) zurück, das dieser seinerseits dem Markgrafen auflässt. Markgraf Heinrich schenkt dieses Land der St. Afrakirche in Meißen. 1242 steht Thimo von Radeberg als Zeuge in einer Urkunde des Bischofs Conrad von Meißen, gleich hinter dem Burggrafen von Meißen. Dieser Umstand zeigt, dass Thimo offenbar einer der größten und wichtigsten Vasallen des Burggrafen von Meißen war. Thimo von Radeberg gilt als Gründer von Thiemendorf und sein Bruder Arnold als Gründer von Arnsdorf. Im Thüringer Erbfolgekrieg scheinen Thimo und Arnold zwischen 1260 und 63 gefallen zu sein. Mit ihnen stirbt die Radeberger Linie aus, denn bereits 1267 sitzt ein Melchior von Schönfeld auf Radeberg. Von da an gibt es nur noch eine Oberlausitzer Linie der Ritter von Radeberg, die noch bis ins 15. Jahrhundert Bestand hatte. Um 1280 ist ein Apetz von Radeberg, Münzmeister in Görlitz. 1308 / 09 wird Heinrich von Radeberg von den Herren Heinrich und Wittig von Kamenz mit den Rechten am Durchgangszoll in Görlitz belehnt. 1314 übernimmt Heinrichs Sohn Gunzelin von Radeberg diese Zollrechte. Zuletzt wird 1420 ein Heinrich von Radeberg zu Thiemendorf genannt. Danach scheint das Rittergeschlecht erloschen zu sein.

Die Burg in Radeberg (Klippenstein) wurde im 13. Jh. errichtet. Baubeginn war um 1200. Ein günstig gelegenes Felsplateau wurde gerodet und von einer doppelten Wallanlage mit Wassergräben umgeben, wobei man die natürlichen Wasserläufe der Umgebung nutzte. In der ersten Zeit hatte man die Baustelle sicher durch eine hölzerne Palisade gesichert, aber man war von Anfang an in der Lage eine Burg aus Stein zu errichten. Das Baumaterial konnte man dabei direkt vor Ort vom Felsplateau entnehmen. Das war ein glücklicher Umstand, denn Stein kostete normalerweise Unsummen an Geld. So entstand dort mit der Zeit ein mächtiger Wohnturm mit 5 Stockwerken im Südwesten und eine 2 m dicke Umfassungsmauer, die den dreieckigen Burghof umgab. Die Wirtschaftsgebäude waren sicherlich aus Holz. Heute steht an dieser Stelle das Schloss Klippenstein. Der Sage nach soll die Burg auf einem zerbrochenen Rad entstanden sein, was durch das Wappen der Ritter von Radeberg zum Ausdruck kommt.

Text: Ralf Jung

Die Herren von Colditz

Die Herren von Colditz haben ihren Ursprung in einem Ministerialengeschlecht, dass wahrscheinlich bereits kurz nach der Errichtung des Burgwartes Colditz im Pleißenland mit dessen Verwaltung betraut wurde und sich nach diesem Sitz benannte. Als Graf Wiprecht von Groitzsch unter anderem Besitzer des Burgwartes Colditz wurde, hatte er vermutlich die dort ansässigen Ministerialen mit übernommen, was damals so üblich gewesen ist und den Status der Unfreiheit der Ministerialen deutlich zum Ausdruck brachte. Unter Wiprechts Herrschaft taucht auch der erste urkundlich nachweisbare Ritter von Colditz auf, der 1103 in einer Urkunde des Bischofs Walram von Naumburg mit als Zeuge genannt wird. Hinter Graf Wiprecht und seinem gleichnamigen Sohn taucht Boppo von Colditz in der Zeugenliste auf, der offensichtlich seinen Herren begleitete. Noch in der 1. Hälfte des 12. Jahrhunderts erwirbt der Staufer Friedrich III. (I.) von Schwaben die pleißenländischen Besitzungen, die ehemals dem Hause Groitzsch angehörten, sodass die Ritter von Colditz nun dem Dienstmannenverband der Staufer angehörten. Sie waren immer noch persönlich völlig unfrei, wirtschaftlich aber bereits selbständig.

Als Friedrich III. (I.) 1152 zum König gewählt und kurz darauf 1155 zum Kaiser gekrönt wird, sollte das auch für das Pleißenland und die dort ansässigen Ministerialen weitreichende Folgen haben. 1158 übergibt Kaiser Friedrich I. von Schwaben seine pleißenländischen Besitzungen dem Reich, im Austausch mit anderen Gütern und gründet so das pleißenländische Reichsterritorium. So werden auch die Ministerialen ans Reich übertragen und sind von nun an Reichsministeriale, die das Privileg genießen, direkt dem König und Kaiser unterstellt zu sein. In der damaligen Gesellschaft nehmen die Reichsministerialen ihren Platz zwischen dem alten Uradel und den übrigen Ministerialen ein - sie sind gesellschaftlich aufgestiegen.

So wurde nun auch Thimo I. von Colditz 1158 zusammen mit seinen Kindern zum Reichsministerialen erhoben. Als seine Söhne werden 1188 Ulrich I. und 1198 Heinrich I. genannt. Heinrich I. soll 1197 im Gefolge Dietrich des Bedrängten am deutschen Kreuzzug teilgenommen haben und ist mit diesem auch wieder in die Heimat zurückgekehrt. 1198 übernahm Heinrich I. die Herrschaft über Colditz, im selben Jahr, indem Graf Dietrich sein Erbe die Markgrafschaft Meißen mit Waffengewalt für sich einforderte und von König Philipp bestätigt bekam. Heinrich ist in der folgenden Zeit immer wieder im Gefolge Markgraf Dietrichs anzutreffen. Verheiratet war Heinrich mit Adelheid I., deren Herkunft leider unbekannt ist. Von 1208 bis zu seinem Tode um 1215 war Heinrich I. von Colditz durch kaiserliche Gnade Landrichter des Pleißenlandes, was dem Geschlecht von Colditz einen weiteren gesellschaftlichen Aufstieg und mehr Vermögen einbrachte. Sein Sohn Volrad I. ist von 1215 – 1266 nachweisbar und hat zwischen 1248 – 66 das Amt seines Vaters als Landrichter inne. Thimo II. von Colditz, der als Bruder Heinrich I. angenommen wird, ist Kaplan und ab 1224 bis zu seinem Tod 1239 sogar Abt des Klosters Pegau. Als Abt lässt Thimo II. auch Münzen prägen. (siehe Bild) Neben Volrad I. hatten Heinrich I. und Adelheid noch 4 weiter Kinder. Theoderich I. der bereits 1215 mit seinem Vater starb, Thimo III. der zwischen 1215 und 1263 die Nachfolge als Herr von Colditz antrat, Ulrich II. und Bertha, die spätestens ab 1232 mit dem Ritter Eckbert III. von Wolfenbüttel – Asseburg, dem Sohn des Reichstruchsesses Günzel I. von Wolfenbüttel, verheiratet war und 1253 verstarb.

Die gesamte Genealogie der Colditzer hier aufführen zu wollen, würde den Rahmen sprengen, sodass ich mich im Folgenden nur auf einige weitere Vertreter des Geschlechtes beziehen werde. Zum Ende des 13. Jahrhunderts hin erweitern sich die Colditzer um 2 Nebenlinien. Neben der Hauptlinie Colditz werden nun auch die Nebenlinien Breitenhain und Wolkenburg genannt. Durch kluge Heiratspolitik, Erwerb von Ämtern und Privilegien, sowie Vermehrung von Vermögen und Ländereien, sind die Herren von Colditz um 1300 entgültig in den unteren Schichten des Hochadels angekommen. Von Herren edelfreier Herkunft und Grafen werden sie als ebenbürtig anerkannt. Heinrich IV. von Colditz (1302 – 1340) heiratet eine Tochter aus dem Haus der Burggrafen von Leisnig. Jutta von Breitenhain heiratet um 1270 Graf Heinrich IV. aus dem Hause Stollberg. Ulrich IV. (1276 – 1316) wird Bischof von Naumburg und Witego I. (1303 – 1342) wird Bischof von Meißen.

Zwei der bedeutensten Vertreter derer von Colditz waren Thimo VII. (1338 – 1363), der mit Bertha II. von Wildenfels verheiratet war und Thimo VIII. (1338 – 1383), dessen Gemahlin Anna I. von Kittlitz war. Thimo der VII. war Marschall des Markgrafen Friedrich des Strengen von Meißen. Thimo VIII. war Kammermeister Kaiser Karls und wurde von diesem außerdem noch mit der Hauptmannschaft (Amt eines Landvogtes) in der Oberlausitz belehnt.

Die letzten Vertreter des Geschlechtes sind Thimo XIII. von Colditz, der mit Margaretha von Wartemberg verheiratet war und im Jahre 1508 starb, sowie seine Schwester Johanna von Colditz, die mit Burggraf Georg von Leisnig verheiratet war und im Jahre 1513 starb. Die Besitzungen der Colditzer fielen an die Wettiner. Bis zu ihrem Aussterben Anfang des 16. Jahrhunderts hatten es die Herren von Colditz geschafft, sich durch Wahrung der Reichsunmittelbarkeit seit 1158 und dem Ausbau ihrer Besitzungen zu einer Gerichtsherrschaft mit allen landesherrlichen Befugnissen im Spätmittelalter fest in den unteren Schichten des Hochadels zu verankern, obwohl ihre Vorfahren einst unfreie Ministeriale waren.

Text: Ralf Jung

Quelle: „Die Herren von Colditz und ihre Herrschaft“ von Kurt Truöl aus Bautzen (1913)

Die Herren von Colditz

Die Herren von Colditz haben ihren Ursprung in einem Ministerialengeschlecht, dass wahrscheinlich bereits kurz nach der Errichtung des Burgwartes Colditz im Pleißenland mit dessen Verwaltung betraut wurde und sich nach diesem Sitz benannte. Als Graf Wiprecht von Groitzsch unter anderem Besitzer des Burgwartes Colditz wurde, hatte er vermutlich die dort ansässigen Ministerialen mit übernommen, was damals so üblich gewesen ist und den Status der Unfreiheit der Ministerialen deutlich zum Ausdruck brachte. Unter Wiprechts Herrschaft taucht auch der erste urkundlich nachweisbare Ritter von Colditz auf, der 1103 in einer Urkunde des Bischofs Walram von Naumburg mit als Zeuge genannt wird. Hinter Graf Wiprecht und seinem gleichnamigen Sohn taucht Boppo von Colditz in der Zeugenliste auf, der offensichtlich seinen Herren begleitete. Noch in der 1. Hälfte des 12. Jahrhunderts erwirbt der Staufer Friedrich III. (I.) von Schwaben die pleißenländischen Besitzungen, die ehemals dem Hause Groitzsch angehörten, sodass die Ritter von Colditz nun dem Dienstmannenverband der Staufer angehörten. Sie waren immer noch persönlich völlig unfrei, wirtschaftlich aber bereits selbständig.

Als Friedrich III. (I.) 1152 zum König gewählt und kurz darauf 1155 zum Kaiser gekrönt wird, sollte das auch für das Pleißenland und die dort ansässigen Ministerialen weitreichende Folgen haben. 1158 übergibt Kaiser Friedrich I. von Schwaben seine pleißenländischen Besitzungen dem Reich, im Austausch mit anderen Gütern und gründet so das pleißenländische Reichsterritorium. So werden auch die Ministerialen ans Reich übertragen und sind von nun an Reichsministeriale, die das Privileg genießen, direkt dem König und Kaiser unterstellt zu sein. In der damaligen Gesellschaft nehmen die Reichsministerialen ihren Platz zwischen dem alten Uradel und den übrigen Ministerialen ein - sie sind gesellschaftlich aufgestiegen.

So wurde nun auch Thimo I. von Colditz 1158 zusammen mit seinen Kindern zum Reichsministerialen erhoben. Als seine Söhne werden 1188 Ulrich I. und 1198 Heinrich I. genannt. Heinrich I. soll 1197 im Gefolge Dietrich des Bedrängten am deutschen Kreuzzug teilgenommen haben und ist mit diesem auch wieder in die Heimat zurückgekehrt. 1198 übernahm Heinrich I. die Herrschaft über Colditz, im selben Jahr, indem Graf Dietrich sein Erbe die Markgrafschaft Meißen mit Waffengewalt für sich einforderte und von König Philipp bestätigt bekam. Heinrich ist in der folgenden Zeit immer wieder im Gefolge Markgraf Dietrichs anzutreffen. Verheiratet war Heinrich mit Adelheid I., deren Herkunft leider unbekannt ist. Von 1208 bis zu seinem Tode um 1215 war Heinrich I. von Colditz durch kaiserliche Gnade Landrichter des Pleißenlandes, was dem Geschlecht von Colditz einen weiteren gesellschaftlichen Aufstieg und mehr Vermögen einbrachte. Sein Sohn Volrad I. ist von 1215 – 1266 nachweisbar und hat zwischen 1248 – 66 das Amt seines Vaters als Landrichter inne. Thimo II. von Colditz, der als Bruder Heinrich I. angenommen wird, ist Kaplan und ab 1224 bis zu seinem Tod 1239 sogar Abt des Klosters Pegau. Als Abt lässt Thimo II. auch Münzen prägen. (siehe Bild) Neben Volrad I. hatten Heinrich I. und Adelheid noch 4 weiter Kinder. Theoderich I. der bereits 1215 mit seinem Vater starb, Thimo III. der zwischen 1215 und 1263 die Nachfolge als Herr von Colditz antrat, Ulrich II. und Bertha, die spätestens ab 1232 mit dem Ritter Eckbert III. von Wolfenbüttel – Asseburg, dem Sohn des Reichstruchsesses Günzel I. von Wolfenbüttel, verheiratet war und 1253 verstarb.

Die gesamte Genealogie der Colditzer hier aufführen zu wollen, würde den Rahmen sprengen, sodass ich mich im Folgenden nur auf einige weitere Vertreter des Geschlechtes beziehen werde. Zum Ende des 13. Jahrhunderts hin erweitern sich die Colditzer um 2 Nebenlinien. Neben der Hauptlinie Colditz werden nun auch die Nebenlinien Breitenhain und Wolkenburg genannt. Durch kluge Heiratspolitik, Erwerb von Ämtern und Privilegien, sowie Vermehrung von Vermögen und Ländereien, sind die Herren von Colditz um 1300 entgültig in den unteren Schichten des Hochadels angekommen. Von Herren edelfreier Herkunft und Grafen werden sie als ebenbürtig anerkannt. Heinrich IV. von Colditz (1302 – 1340) heiratet eine Tochter aus dem Haus der Burggrafen von Leisnig. Jutta von Breitenhain heiratet um 1270 Graf Heinrich IV. aus dem Hause Stollberg. Ulrich IV. (1276 – 1316) wird Bischof von Naumburg und Witego I. (1303 – 1342) wird Bischof von Meißen.

Zwei der bedeutensten Vertreter derer von Colditz waren Thimo VII. (1338 – 1363), der mit Bertha II. von Wildenfels verheiratet war und Thimo VIII. (1338 – 1383), dessen Gemahlin Anna I. von Kittlitz war. Thimo der VII. war Marschall des Markgrafen Friedrich des Strengen von Meißen. Thimo VIII. war Kammermeister Kaiser Karls und wurde von diesem außerdem noch mit der Hauptmannschaft (Amt eines Landvogtes) in der Oberlausitz belehnt.

Die letzten Vertreter des Geschlechtes sind Thimo XIII. von Colditz, der mit Margaretha von Wartemberg verheiratet war und im Jahre 1508 starb, sowie seine Schwester Johanna von Colditz, die mit Burggraf Georg von Leisnig verheiratet war und im Jahre 1513 starb. Die Besitzungen der Colditzer fielen an die Wettiner. Bis zu ihrem Aussterben Anfang des 16. Jahrhunderts hatten es die Herren von Colditz geschafft, sich durch Wahrung der Reichsunmittelbarkeit seit 1158 und dem Ausbau ihrer Besitzungen zu einer Gerichtsherrschaft mit allen landesherrlichen Befugnissen im Spätmittelalter fest in den unteren Schichten des Hochadels zu verankern, obwohl ihre Vorfahren einst unfreie Ministeriale waren.

Text: Ralf Jung

Quelle: „Die Herren von Colditz und ihre Herrschaft“ von Kurt Truöl aus Bautzen (1913)

Das Geschlecht von Schönberg

Das meißnische Rittergeschlecht von Schönberg lässt sich auf die Ministerialen dieses Namens der Bischöfe von Naumburg zurückführen. Eine Verwandtschaft mit den edelfrei geborenen Herren von Schönberg, die auch als Ahnen der Schönburger angenommen werden, ist nicht auszuschließen, da es im Hochmittelalter durchaus nicht selten war, das edelfreie Herren Dienstleute von Bischöfen wurden (Herabsinken in den Niederadel). In Urkunden des Bischofs von Naumburg 1166 und 1187 werden die Ministerialen Volkmar und Hugo de Sconenberc genannt. Aus der Urkunde von 1187 geht hervor, dass Hugo von Schönberg fünf Söhne und zwei Töchter hat, sowie das seine Frau Walburg heißt. Zu deren Gunsten verfügt Hugo über zahlreiche Lehen verschiedener Lehnsherren und beachtlichen Eigenbesitz. Bedeutende Lehnsherren des Hugo von Schönberg sind die Markgrafen und die Burggrafen von Meißen. Hugos ältester Sohn Hugo II. scheint auf der Rudelsburg gesessen zu haben, denn er erscheint in Urkunden mal als Hugo von Rudelsburg, mal als Hugo von Schönberg. Stammsitz sowohl der edelfreien Herren, als auch der Ministerialen von Schönberg war die Veste Schönberg an der Saale, nordöstlich von Naumburg (wahrscheinlich das heutige Schönburg). Die Rudelsburg (Bad Kösen) liegt hingegen südlich von Naumburg. Schönberg war eine Burg der Bischöfe, wogegen die Rudelsburg den Wettinern gehörte.

Im 13. Jh. treten die Schönbergs im Osterland nur noch vereinzelt auf, denn der Hauptteil des Geschlechtes siedelt nun vor allem in der Mark Meißen. Der Hauptbesitz in der Mark war zunächst Rothschönberg und Zschochau, aber seit dem 14. Jh. kamen noch Sachsenburg, Purschenstein, Reinsberg, Stollberg und Pulsnitz hinzu. Viele Besitzungen waren Lehen der Markgrafen und der Burggrafen von Meißen. 1254 wird ein DIETRICH (GENANNT TUTO) VON SCHÖNBERG als Gefolgsmann des Markgrafen Heinrich des Erlauchten von Meißen genannt, leider ohne weitere Angaben. Zum Zisterzienserkloster Altzella zeigen die Schönbergs eine enge Verbundenheit, da dieses Kloster wohl zur Hauptgrablege des Geschlechts erkoren wurde.

Im Spätmittelalter und der Neuzeit prägten die Schönbergs mit ihrem Wirken das Gesicht und die Geschichte Sachsens. Sie begleiteten hohe Ämter als Ritter, Räte, Hofmeister, Marschälle, Berghauptleute, Minister und Kammerherren im Dienste der Markgrafen von Meißen und der Herzöge, Kurfürsten und Könige von Sachsen. Sie wurden so zu einer sächsischen Institution, bis sie 1945 gewaltsam enteignet, inhaftiert und aus Sachsen vertrieben wurden. Wir freuen uns, dass sie nach der Wendezeit 1989 wieder in ihre alte Heimat zurückgekehrt sind. Die ausführliche Geschichte der Familie ist auf der Homepage des VON SCHÖNBERG`SCHEN FAMILIENVERBANDES nachzulesen (siehe Link).

Zum Schluss seien noch bedeutende Vertreter der Familie genannt:

Caspar von S. (1451 – 1463) Bischof von Meißen
Dietrich von S. (1463 – 1476) Bischof von Meißen
Dietrich von S. (1481 – 1492) Bischof von Naumburg
Johann von S. (1492 – 1517) Bischof von Naumburg
Nikolaus von S. (1472 – 1537) Kardinal in Rom und Erzbischof von Capua
Mit Wolf von S. (1518 – 1584) beginnt die fast 200 Jahre dauernde Tätigkeit der Schönbergs als Oberberghauptleute des Erzgebirges in Freiberg. Abraham von S. (1640 – 1711) gilt als der bedeutendste dieser Oberberghauptleute.

Text: Ralf Jung

Quellen: www.familie-von-schoenberg.de, sowie www.dirkpeters.net

Das Geschlecht von Schönberg

Das meißnische Rittergeschlecht von Schönberg lässt sich auf die Ministerialen dieses Namens der Bischöfe von Naumburg zurückführen. Eine Verwandtschaft mit den edelfrei geborenen Herren von Schönberg, die auch als Ahnen der Schönburger angenommen werden, ist nicht auszuschließen, da es im Hochmittelalter durchaus nicht selten war, das edelfreie Herren Dienstleute von Bischöfen wurden (Herabsinken in den Niederadel). In Urkunden des Bischofs von Naumburg 1166 und 1187 werden die Ministerialen Volkmar und Hugo de Sconenberc genannt. Aus der Urkunde von 1187 geht hervor, dass Hugo von Schönberg fünf Söhne und zwei Töchter hat, sowie das seine Frau Walburg heißt. Zu deren Gunsten verfügt Hugo über zahlreiche Lehen verschiedener Lehnsherren und beachtlichen Eigenbesitz. Bedeutende Lehnsherren des Hugo von Schönberg sind die Markgrafen und die Burggrafen von Meißen. Hugos ältester Sohn Hugo II. scheint auf der Rudelsburg gesessen zu haben, denn er erscheint in Urkunden mal als Hugo von Rudelsburg, mal als Hugo von Schönberg. Stammsitz sowohl der edelfreien Herren, als auch der Ministerialen von Schönberg war die Veste Schönberg an der Saale, nordöstlich von Naumburg (wahrscheinlich das heutige Schönburg). Die Rudelsburg (Bad Kösen) liegt hingegen südlich von Naumburg. Schönberg war eine Burg der Bischöfe, wogegen die Rudelsburg den Wettinern gehörte.

Im 13. Jh. treten die Schönbergs im Osterland nur noch vereinzelt auf, denn der Hauptteil des Geschlechtes siedelt nun vor allem in der Mark Meißen. Der Hauptbesitz in der Mark war zunächst Rothschönberg und Zschochau, aber seit dem 14. Jh. kamen noch Sachsenburg, Purschenstein, Reinsberg, Stollberg und Pulsnitz hinzu. Viele Besitzungen waren Lehen der Markgrafen und der Burggrafen von Meißen. 1254 wird ein DIETRICH (GENANNT TUTO) VON SCHÖNBERG als Gefolgsmann des Markgrafen Heinrich des Erlauchten von Meißen genannt, leider ohne weitere Angaben. Zum Zisterzienserkloster Altzella zeigen die Schönbergs eine enge Verbundenheit, da dieses Kloster wohl zur Hauptgrablege des Geschlechts erkoren wurde.

Im Spätmittelalter und der Neuzeit prägten die Schönbergs mit ihrem Wirken das Gesicht und die Geschichte Sachsens. Sie begleiteten hohe Ämter als Ritter, Räte, Hofmeister, Marschälle, Berghauptleute, Minister und Kammerherren im Dienste der Markgrafen von Meißen und der Herzöge, Kurfürsten und Könige von Sachsen. Sie wurden so zu einer sächsischen Institution, bis sie 1945 gewaltsam enteignet, inhaftiert und aus Sachsen vertrieben wurden. Wir freuen uns, dass sie nach der Wendezeit 1989 wieder in ihre alte Heimat zurückgekehrt sind. Die ausführliche Geschichte der Familie ist auf der Homepage des VON SCHÖNBERG`SCHEN FAMILIENVERBANDES nachzulesen (siehe Link).

Zum Schluss seien noch bedeutende Vertreter der Familie genannt:

Caspar von S. (1451 – 1463) Bischof von Meißen
Dietrich von S. (1463 – 1476) Bischof von Meißen
Dietrich von S. (1481 – 1492) Bischof von Naumburg
Johann von S. (1492 – 1517) Bischof von Naumburg
Nikolaus von S. (1472 – 1537) Kardinal in Rom und Erzbischof von Capua
Mit Wolf von S. (1518 – 1584) beginnt die fast 200 Jahre dauernde Tätigkeit der Schönbergs als Oberberghauptleute des Erzgebirges in Freiberg. Abraham von S. (1640 – 1711) gilt als der bedeutendste dieser Oberberghauptleute.

Text: Ralf Jung

Quellen: www.familie-von-schoenberg.de, sowie www.dirkpeters.net

Die Burggrafen von Donin

Als Stammvater des Hauses Donin gilt der edelfreie Heinrich von Rothowa, der 1127 und 1135 urkundlich Erwähnung findet. Vieles spricht dafür, dass es sich beim Ort Rothowa um das heutige Großröda westlich von Altenburg handelt und zur damaligen Zeit zum Bistum Naumburg gehörte. Dieses stand den Staufern nahe und daher überrascht es nicht, dass König Konrad III. pleißenländische Ministeriale rekrutiert, um den Ausbau des Königslandes in der Mark voranzutreiben. Im Zuge dieser neuen Reichspolitik erhält Heinrich von Rothowa, Sohn des Obengenannten, im Jahre 1144 die Burggrafschaft Dohna und nennt sich später um in Heinricus castellanus de Donin. Verbunden mit der Burggrafenwürde sind die hohe Gerichtsbarkeit und das sogenannte Wachgetreide im Altgau Nisan. Beide Privilegien verschaffen den Burggrafen erhebliche Einnahmen. Darüber hinaus konnte die moderne Forschung nachweisen, dass im zugehörigen Dippoldiswalde bereits seit 1170 Silberbergbau betrieben wurde.

Die besondere Lage der Ländereien der Burggrafschaft ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. An den äußersten Grenzen des Heiligen Römischen Reiches gelegen, befand es sich in unmittelbarer Nachbarschaft zweier großer Mächten. Im Osten erstreckte sich das Böhmische Königreich und im Norden und Westen die Markgrafschaft Meißen. Das Müglitztal hinauf führte zudem eine wichtige Handelsstraße zwischen den böhmischen Landen und dem Kaiserreich, ungefähr entlang der heutigen Autobahn A17. Der Schutz dieser Handelsroute war folglich eine der Hauptaufgaben der Burggrafen. Eine Aufgabe die reichliche Zolleinnahmen mit sich brachte.

Ausgestattet mit diesen soliden Einkünften betrieben die Burggrafen eine enorme Expansionspolitik nach Westen in Richtung Erzgebirge und machten neues Land urbar. Auch die erste Siedlung des heutigen Dresdens und weitere Gebiete um Radebeul rechts der Elbe gehörten Ende des 12. Jahrhunderts zur Burggrafschaft. Unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa beginnen in den 70er Jahren die Befestigung der Siedlung und der Bau der ersten Elbbrücke unter Beteiligung und Aufsicht des Burggrafen.

Es war abzusehen, dass die Erweiterung der Machtfülle der Doniner zu Streit mit den mächtigen Nachbarn führen würde. Dies gipfelte 1206 in einer ersten bedeutungsschweren Auseinandersetzung zwischen Heinrich II. (genannt 1181 – 1225) und dem Bistum Meißen, bei dem Markgraf Dietrich der Bedrängte von Meißen als Schiedsrichter auftrat (urkundliche Ersterwähnung Dresdens). Burggraf Heinrich verlor in diesem Streit und musste die grenznahe Burg Thorun nahe Pesterwitz bei Dresden abtragen lassen.

Daraufhin orientierten sich die Doniner immer mehr Richtung Osten. Vor allem Otto I. von Donin (urkundlich 1206 – 1239) konnte an Einfluss im Königreich Böhmen gewinnen und Ländereien in der Lausitz erwerben. Seine beiden Söhne Heinrich III. und Otto II. folgten seiner Politik und regierten die Burggrafschaft zunächst gemeinsam. Der zunehmende Konflikt mit der Mark Meißen bewog Heinrich jedoch nach Osten zu ziehen und weiteres Land in Böhmen zu erwerben. Hier erbaute er die Burg Grafenstein und begründete die gleichnamige Linie des Hauses Dohna. Sein jüngerer Bruder Otto II. (genannt 1235 - 1287) setzte daraufhin die Regentschaft alleine fort. Vermählt war Otto mit Christiane aus dem Hause Schwarzburg-Blankenburg, einem altehrwürdigen Adelsgeschlecht aus Thüringen. Aus dieser Ehe gingen sechs Kinder hervor, wobei der letztgeborene Sohn Otto III. (urkundlich 1287 – 1321) nach seinem Vater die Herrschaft übernahm.

Der Streit mit der Mark Meißen artete hingegen immer weiter aus und endete letztlich in der Dohnaischen Fehde. 1402 erobert schließlich Markgraf Wilhelm der Einäugigen zu Meißen die Burg Dohna. Das Land fällt daraufhin an den Markgrafen. Der Stammburg beraubt, ist es jedoch nicht das Ende des Geschlechts der Doniner. In den rund 250 Jahren der Herrschaft konnten die Burggrafen ihre Besitzungen in böhmischen, schlesischen und später in preußischen Landen ausbauen und fortwährend bestehen, bis heute.

Text: Tino Gottschall

Quellen:
Die Dohnas und ihre Häuser - Lothar Graf zu Dohna - ISBN 978-3-8353-1237-1 (2013)
dirkpeters.net

Die Herren von Schönfeld

Die Ahnenreihe der Herren von Schönfeld reicht vom Ende des 12. Jahrhunderts bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Ob noch heute Nachfahren der Schönfelds existieren ist mir unbekannt, aber durchaus wahrscheinlich. Der Begründer des Adelsgeschlechtes ist Tammo von Schönfeld (Sconenvelt) (1180 - nach 1222) der 1216 erstmals als Zeuge in einer Urkunde Markgraf Dietrich des Bedrängten auftritt. Zeitgleich wird damit erstmals die Herrschaft Schönfeld als Lehnherrschaft erwähnt. Tammo erbaut dort eine Wehranlage zum Schutze der Hohen Straße (Handelsstraße).

Über seine Gemahlin wissen wir nichts, sein Sohn und Nachfolger ist Johannes von Schönfeld (1210 - nach 1240). Dessen Sohn ist Siegfried von Schönfeld (1240 - nach 1305). 1309 wird Schönfeld als Edelsitz mit 37 Hufen Land bezeichnet. Siegfrieds Sohn ist Sifrid von Schönfeld (1270 - nach 1329) und dessen Sohn ist Dippold (1310 - 1365 / 74).

Zu dieser Zeit wird noch ein Czaslow von Schönfeld genannt, der nach 1378 starb. Ob er ein Bruder Dippolds war ist unbekannt aber durchaus denkbar. Dippolds Sohn Hans I. von Schönfeld (1340 - nach 1402) scheint nur noch über die Hälfte der Herrschaft Schönfeld verfügt zu haben, denn 1400 geht durch Erbgang die halbe Herrschaft in den Besitz der Familie von Köckeritz über. Sein Sohn Jan (1370 - nach 1413) wird als letzter Besitzer der Herrschaft Schönfeld aus dem ursprünglichen Geschlecht genannt und stirbt wahrscheinlich 1421. Hans II. von Schönfeld (1400 - 1449 / 51) ist mit Katharina von Erdmannsdorf (vor 1428 - nach 1479) verheiratet und sitzt nicht mehr auf Schönfeld. Sein Sohn ist Georg von Schönfeld (1430 - 1512) dessen Tochter Magdalene (1470 - ?) 1490 Hans Pflugk (vor 1477 - 1547), einen herzoglich sächsischen Hofdiener und Gesandten, heiratet.

Der oben bereits erwähnte Czaslow hatte einen Sohn Siegfried (II.) von Schönfeld (vor 1415 - nach 1486), der mit Barbara von Miltitz verheiratet war. Deren Sohn Georg (II.) (vor 1438 - nach 1496) heiratete Eva von Creutz. Georgs Sohn Dippold (II.) von Schönfeld (um 1500 - 1560) ehelichte Margarethe (Martha) von Zehmen. Diese hatten zwei Töchter, Ursula und Anna. Über Ursula ist nichts bekannt. Anna von Schönfeld (um 1540 - 1575) heiratete 1563 Abraham von Koseritz (1585 gest.), einen Hofgerichtsassessor in Wittenberg.

Ein weiterer Czaslow von Schönfeld (vor 1418 - nach 1480) ist dem Namen und den Lebensdaten nach sehr wahrscheinlich auch ein Sohn des 1. Czaslow. Er ist unter Bischof Johann von Meißen Feldhauptmann auf Schloss Liebenthal bei Pirna und wird am 09.08.1464 mit Werben belehnt. Czaslow (II.) ist damit der Begründer der Linie Werben des Hauses Schönfeld. Seine Söhne sind Nickel I. und Jakob I. von Schönfeld. Jakob I. (vor 1480 - 1530) heiratet eine Tochter des Hauses von Seyffertitz, deren Vorname unbekannt ist. Sie haben 4 Söhne. Bartusch I., Hans, Baltzer und Jakob II. (genannt der Jüngere). Es gibt nur Angaben über Bartusch. Er war mit einer NN von Burschwitz verheiratet, hatte 4 Söhne und starb im Jahr 1550. Seine Söhne hießen Kaspar, Georg III., Nickel II. und Bartusch II.

Kaspar (vor 1537 - nach 1598) ist mit Elisabeth von Zabeltitz verheiratet und folgt seinem Vater als Herr auf Werben nach. Er hat 2 Söhne. Jobst von Schönfeld (1573 - 1630) heiratet 1614 Hippolyta von Mandelsloh (1590 - 1634) und hat mit ihr eine Tochter Namens Elisabeth (1616 - 1678). Jobst sitzt auf Gurow. Sein Bruder ist Nickel III. von Schönfeld (1573 - 1630), der in 1. Ehe mit Elisabeth von Köckritz (vor 1608 gest.) verheiratet ist. 1608 heiratet er seine 2. Gemahlin Magdalene von Seidlitz (1590 - 1662). Die Kinder aus 1. Ehe sind Jobst (II.), Eva, Caspar und Elisabeth. Jobst (1602 - 1657) heiratet 1635 seine einzige Cousine Elisabeth von Schönfeld und sichert somit Gurow als Schönfeldschen Besitz. Ihr Sohn Jobst Adam (1646 - 1687) heiratet 1679 Ursula Margarete von Maltitz (1644 - 1701). Deren Söhne heißen Jobst Ernst und Caspar Sigismund. Jobst Ernst (1680 - 1725) ist mit Juliane Sophie von Pfül (1688 - 1749) verheiratet und hat mit ihr 3 Kinder. Hans Ernst, Elisabeth Wilhelmine und Juliane Charlotte. Elisabeth Wilhelmine (1714 - 1796) heiratet 1727 Adam Sigismund von Örtzen (1708 - 1781). Dies sind die letzten Vertreter des Hauses Schönfeld auf Werben die ich fand, aber wie bereits aus der weiten Verzweigung des Geschlechtes zu entnehmen ist, ist es nahezu ausgeschlossen, dass die Familie von Schönfeld ausgestorben ist. Im 15. und 16. Jh. haben noch 3 Töchter des Hauses Schönfeld in die Häuser Wolffersdorf, Zehmen und Schlieben eingeheiratet. Die Herren von Schönfeld gehören damit zu den recht gut dokumentierten Adelshäusern im sächsischen Raum.

Text: Ralf Jung

Quellen:
Ahnengeschichte von Schönfeld
www.ahnen.vorfahrensuche.com

Die Herren von Schönfeld

Die Ahnenreihe der Herren von Schönfeld reicht vom Ende des 12. Jahrhunderts bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Ob noch heute Nachfahren der Schönfelds existieren ist mir unbekannt, aber durchaus wahrscheinlich. Der Begründer des Adelsgeschlechtes ist Tammo von Schönfeld (Sconenvelt) (1180 - nach 1222) der 1216 erstmals als Zeuge in einer Urkunde Markgraf Dietrich des Bedrängten auftritt. Zeitgleich wird damit erstmals die Herrschaft Schönfeld als Lehnherrschaft erwähnt. Tammo erbaut dort eine Wehranlage zum Schutze der Hohen Straße (Handelsstraße).

Über seine Gemahlin wissen wir nichts, sein Sohn und Nachfolger ist Johannes von Schönfeld (1210 - nach 1240). Dessen Sohn ist Siegfried von Schönfeld (1240 - nach 1305). 1309 wird Schönfeld als Edelsitz mit 37 Hufen Land bezeichnet. Siegfrieds Sohn ist Sifrid von Schönfeld (1270 - nach 1329) und dessen Sohn ist Dippold (1310 - 1365 / 74).

Zu dieser Zeit wird noch ein Czaslow von Schönfeld genannt, der nach 1378 starb. Ob er ein Bruder Dippolds war ist unbekannt aber durchaus denkbar. Dippolds Sohn Hans I. von Schönfeld (1340 - nach 1402) scheint nur noch über die Hälfte der Herrschaft Schönfeld verfügt zu haben, denn 1400 geht durch Erbgang die halbe Herrschaft in den Besitz der Familie von Köckeritz über. Sein Sohn Jan (1370 - nach 1413) wird als letzter Besitzer der Herrschaft Schönfeld aus dem ursprünglichen Geschlecht genannt und stirbt wahrscheinlich 1421. Hans II. von Schönfeld (1400 - 1449 / 51) ist mit Katharina von Erdmannsdorf (vor 1428 - nach 1479) verheiratet und sitzt nicht mehr auf Schönfeld. Sein Sohn ist Georg von Schönfeld (1430 - 1512) dessen Tochter Magdalene (1470 - ?) 1490 Hans Pflugk (vor 1477 - 1547), einen herzoglich sächsischen Hofdiener und Gesandten, heiratet.

Der oben bereits erwähnte Czaslow hatte einen Sohn Siegfried (II.) von Schönfeld (vor 1415 - nach 1486), der mit Barbara von Miltitz verheiratet war. Deren Sohn Georg (II.) (vor 1438 - nach 1496) heiratete Eva von Creutz. Georgs Sohn Dippold (II.) von Schönfeld (um 1500 - 1560) ehelichte Margarethe (Martha) von Zehmen. Diese hatten zwei Töchter, Ursula und Anna. Über Ursula ist nichts bekannt. Anna von Schönfeld (um 1540 - 1575) heiratete 1563 Abraham von Koseritz (1585 gest.), einen Hofgerichtsassessor in Wittenberg.

Ein weiterer Czaslow von Schönfeld (vor 1418 - nach 1480) ist dem Namen und den Lebensdaten nach sehr wahrscheinlich auch ein Sohn des 1. Czaslow. Er ist unter Bischof Johann von Meißen Feldhauptmann auf Schloss Liebenthal bei Pirna und wird am 09.08.1464 mit Werben belehnt. Czaslow (II.) ist damit der Begründer der Linie Werben des Hauses Schönfeld. Seine Söhne sind Nickel I. und Jakob I. von Schönfeld. Jakob I. (vor 1480 - 1530) heiratet eine Tochter des Hauses von Seyffertitz, deren Vorname unbekannt ist. Sie haben 4 Söhne. Bartusch I., Hans, Baltzer und Jakob II. (genannt der Jüngere). Es gibt nur Angaben über Bartusch. Er war mit einer NN von Burschwitz verheiratet, hatte 4 Söhne und starb im Jahr 1550. Seine Söhne hießen Kaspar, Georg III., Nickel II. und Bartusch II.

Kaspar (vor 1537 - nach 1598) ist mit Elisabeth von Zabeltitz verheiratet und folgt seinem Vater als Herr auf Werben nach. Er hat 2 Söhne. Jobst von Schönfeld (1573 - 1630) heiratet 1614 Hippolyta von Mandelsloh (1590 - 1634) und hat mit ihr eine Tochter Namens Elisabeth (1616 - 1678). Jobst sitzt auf Gurow. Sein Bruder ist Nickel III. von Schönfeld (1573 - 1630), der in 1. Ehe mit Elisabeth von Köckritz (vor 1608 gest.) verheiratet ist. 1608 heiratet er seine 2. Gemahlin Magdalene von Seidlitz (1590 - 1662). Die Kinder aus 1. Ehe sind Jobst (II.), Eva, Caspar und Elisabeth. Jobst (1602 - 1657) heiratet 1635 seine einzige Cousine Elisabeth von Schönfeld und sichert somit Gurow als Schönfeldschen Besitz. Ihr Sohn Jobst Adam (1646 - 1687) heiratet 1679 Ursula Margarete von Maltitz (1644 - 1701). Deren Söhne heißen Jobst Ernst und Caspar Sigismund. Jobst Ernst (1680 - 1725) ist mit Juliane Sophie von Pfül (1688 - 1749) verheiratet und hat mit ihr 3 Kinder. Hans Ernst, Elisabeth Wilhelmine und Juliane Charlotte. Elisabeth Wilhelmine (1714 - 1796) heiratet 1727 Adam Sigismund von Örtzen (1708 - 1781). Dies sind die letzten Vertreter des Hauses Schönfeld auf Werben die ich fand, aber wie bereits aus der weiten Verzweigung des Geschlechtes zu entnehmen ist, ist es nahezu ausgeschlossen, dass die Familie von Schönfeld ausgestorben ist. Im 15. und 16. Jh. haben noch 3 Töchter des Hauses Schönfeld in die Häuser Wolffersdorf, Zehmen und Schlieben eingeheiratet. Die Herren von Schönfeld gehören damit zu den recht gut dokumentierten Adelshäusern im sächsischen Raum.

Text: Ralf Jung

Quellen:
Ahnengeschichte von Schönfeld
www.ahnen.vorfahrensuche.com

Boriwo de Tarant

ist urkundlich von 1216 [1] Nr. 217 bis 1242 [2] Nr. 15 nachweisbar. Als Vasall des Markgrafen von Meißen, Dietrich des Bedrängten, war er Burghauptmann der Tharandter Burg, welche errichtet wurde, um die Gebietsansprüche der Wettiner gegen den Burggrafen von Dohna durchzusetzen. Jener beherrschte das Weißeritz- und Müglitzgebiet und versuchte ebenfalls weitere Gebiete zu besiedeln, indem er Waldhufendörfer auch nördlich der Weißeritz anlegen ließ.

Der genaue Entstehungszeitpunkt der Tharandter Burg ist nicht bekannt, jedoch ist zu vermuten, dass sie zwischen 1206 und 1215 errichtet wurde. Am 9. Februar 1223 wird Boriwo in einer Urkunde des Bischof Bruno II als "Borowi miles honestus" - edler Ritter - bezeichnet, man kann also davon ausgehen, dass er ein Ministerialer, ritterbürtig war. (vgl. v. Fürth. Die Ministerialen) Aktuell ist die Ansicht verbreitet, dass Boriwo von der Burgbesatzung Döbelns nach Tharandt kam. (Frühere Behauptungen, er stamme aus dem Vinschgau, gelten inzwischen als widerlegt.)

Boriwo gründete Pohrsdorf als Boriwois Dorf und errichtete dort eine Turmhügelburg. Diese diente ihm auch zum Schutz der Alten Meißner Landstraße, die auch als Pilgerweg vom Kloster Altzella und Meißen nach Böhmen diente.

Sein Name ist auch mit Großopitz verbunden - welches er 1215 aus eine vorhandene slawische Siedlung germanisierte. Nach 1223 gründet er Braunsdorf [4] S. 14. Als Markgraf Dietrich 1221 starb, kam es zu einem Kriegszug Ludwigs des Heiligen, Landgraf von Thüringen, gegen die Mark Meißen. Es heißt, er habe das Erbe des minderjährigen Heinrich - Sohn Dietrichs, sein Neffe und Mündel - sichern wollen. Zumindest brennt in diesem Zusammenhang die Burganlage in Tharandt 1223 [5] S. 290 ab. Sie wird aber schon ab 1240 wiedererrichtet und erweitert. Die heute vorhandenen - wenn auch noch nicht vollständig ergrabenen Grundmauern entsprechen diesem Bau - auch wenn die sichtbaren Teile der Burgruine leider verfälscht wurden, als man die zum Steinbruch verkommene Anlage um 1800 im Sinne der Romantik teilweise "rekonstruierte". So sind sowohl die gotisch ausgemauerten Fensteröffnungen wie auch der Balkon "moderne" Zutaten, die so nicht dem Original entsprechen.

Urkunden belegen, dass Boriwo auch in der neuen Burg als Burgvogt tätig war, bis sich seine Spur nach einer letzten Urkunde aus dem Jahr 1242 verliert.

Weitere Urkunden sprechen von seinem Sohn Christian (gemeinsam als Zeugen 1242) de Tarant, auf der Urkunde 1242, da aber schon Christianus de Lewenstein (Lauenstein). Zum Landding 1220 wird sein Bruder Thimo erwähnt (1220 "Borewei et germanus eius Thimo") [1] Nr. 279

Später tauchen noch Herrmann de Tarant (1300) [3] Nr. 300 und Friczko de Tarandia (1350) in Ortsregistern auf. Deren Verwandschaft mit Boriwo ist nicht zwingend ...
1452 Heinrich Tarant wird dem Geschlecht des Boriwo de Tarant zugeordnet [4] S. 27

Text: Kephas Kuhn

Quellen:
[1] Codex Diplomaticus Saxoniae Regiae, Urkunden der Markgrafen von Meißen
[2] Codex Diplomaticus Saxoniae Regiae, Urkundenbuch der Stadt Freiberg
[3] Codex Diplomaticus Saxoniae Regiae, Urkundenbuch der Stadt Grimma und des Klosters Nimbschen
[4] Erhard Heinze: Heimat-Geschichte Braunsdorf (Wilsdruff) 2003
[5] Ferdinand Wachter: Geschichte Sachsens, 2. Teil, Leipzig 1830

Heinrich Roßmargk

HEINRICH war ein Bürger aus Zwickau der vermutlich aus den etwas besseren Kreisen der Stadt stammte. Heinrich lebte in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts und wurde wahrscheinlich um 1250 geboren. Bis 1278 trägt er von Burggraf Meinherr III. von Meißen Güter in Hohendorf zu Lehen. Diese werden zurückgegeben und Meinherr III. schenkt sie 1278 dem Kloster Grünhain.

Heinrich war somit ein sogenannter „Einschildritter“ im Dienste seines Lehnsherren und damit Inhaber des 7. Heerschildes (siehe Heerschildordnung Sachsenspiegel). Der 7. Heerschild bezeichnete freie Vasallen, die nicht mehr dem Adel angehörten und nur noch Lehen empfangen aber nicht mehr weiter verleihen durften. Weiterhin waren diese Lehen nicht vererbbar, d.h. diese Lehnsmänner waren nur noch passiv lehnsfähig.

Von Heinrich wissen wir nur durch die Urkunde des Burggrafen von Meißen aus dem Jahr 1278.

Text: Ralf Jung

Bürgerwappen kamen erst später auf.

Die Herren von Waldenburg

Die Herren von Waldenburg stammen vom Haus Wartha ab, dessen Stammsitz bei Naumburg liegt. Das Haus Wartha scheint ein edelfreies Herrengeschlecht zu sein dessen Ursprung ich nicht genau kenne. Fakt ist, dass die Herren von Wartha ihren Heimatraum verlassen und zwischen 1165 und 1175 südöstlich von Altenburg eine neue Herrschaft gründen und die Burg Waldenburg erbauen. Seit dem letzten Quartal des 12. Jahrhunderts nennen sich die Herren von Wartha nun nach ihrem neuen Sitz von Waldenburg. Als namentlicher Erbauer der Waldenburg gilt dabei Hugo von Wartha, der zwischen 1172 und 1199 bezeugt ist und außerdem das Amt des pleißenländischen Landrichters inne hatte. 1205 taucht ein Heinrich von Wartha in einer Urkunde als Burgmann der Burggrafen von Meißen auf. Ob er Hugos Bruder oder Sohn ist, ist unbekannt.

Um 1200 erweiterten die Herren von Waldenburg ihr Herrschaftsgebiet um Wolkenstein und Greifenstein und schließlich noch 1250 um Scharfenstein. Als Sohn Hugos gilt Konrad von Wartha – Waldenburg, der nach 1216 verstarb. Dessen Sohn Hugo von Waldenburg (vor 1216 – 1262) wird 1241 als Ritter und 1254 als Vogt des Klosters Remse bezeichnet.

ISENGARD VON WALDENBURG wurde vermutlich um 1180 / 85 geboren und verstarb zwischen 1224 – 42. Sie könnte damit die Tochter Hugos von Wartha gewesen sein, was aber nicht bewiesen ist. Isengard war 1209 mit dem Vogt Heinrich V. von Reichenbach – Greiz aus dem Hause Reuß verheiratet, die Ehe blieb aber kinderlos.

Um 1300 gelangte die Herrschaft Rabenstein, die mit der Vogtei über das Kloster Chemnitz und mit der Gerichtsbarkeit über die Stadt Chemnitz verbunden war, in die Hand der Waldenburger. Zu dieser Zeit lebte Anarg von Waldenburg – Wolkenstein (1254 – 1317), der mit Adelheid von Plauen, einer Großnichte von Isengard verheiratet war. Die Herrschaft Rabenstein mit den Vogteirechten stellte eine wichtige Verbindung zwischen dem Stammsitz Waldenburg und den Besitzungen im oberen Zschopautal dar. Bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts hatten sich die Waldenburger durch die Schaffung eines abgeschlossenen Herrschaftsgebietes zu ökonomisch und politisch einflussreichen Feudalherren entwickelt. Die Kinder Anargs sind Kunigunde von Wolkenstein (vor 1300 – nach 1322), die mit Heinrich III. von Wildenfels verheiratet war und Heinrich von Wolkenstein (1301 – 1343), der mit Euphemia (Haus unbekannt) verheiratet war.

Text: Ralf Jung

Die Herren von Heinsberg

Mathilde (Mechthild) von Heinsberg entstammt einem einflussreichen Geschlecht vom Rhein, dessen bedeutendstes Mitglied zu ihren Lebzeiten der Erzbischof von Köln und Erzkanzler Philipp von Heinsberg war.

Ihr Geburtsjahr ist nicht bekannt. Sie heiratete 1159 Dedo Graf von Groitzsch, den drittältesten Sohn des einstigen Markgrafen von Meißen und der Ostmark (Lausitz), Konrad (später genannt der Große), der 1157 seiner weltlichen Ämter entsagt und seine Ländereien an seine fünf Söhne verteilt hatte.

Dedo baute Rochlitz zum Herrschaftssitz aus und war im Gegensatz zu seinem älteren Bruder Otto – dem nunmehrigen Markgrafen von Meißen – aktiv an vielen Hoftagen und Heerfahrten des Kaisers Barbarossa beteiligt, so das Mathilde Zeitzeugin vieler bedeutender Ereignisse wurde.

Nach dem Tod seines Bruders Dietrich von Landsberg wurde Dedo Markgraf der Ostmark und Mathilde damit Markgräfin. Sie hatten sechs Kinder, die fast alle noch bedeutend für die sächsische bzw. deutsche Geschichte werden sollten:

  • Konrad von Landsberg wurde nach dem Tod seines Vaters Markgraf der Ostmark und war zeitweise (als 1195 nach dem Tod Albrecht des Stolzen Kaiser Heinrich VI. die Mark Meißen als erledigtes Reichslehen einzog) der Älteste des Hauses Wettin und der Einzige im Rang eines Reichsfürsten
  • Dietrich: Graf zu Sommerschenburg und Groitzsch, dann Probst zu Magdeburg
  • Philipp: Propst zu Xanten
  • Goswin sowie
  • Tochter Agnes wurde Gräfin von Andechs und Meran und Verwandte der Heiligen Elisabeth
  • Mathilde starb 1189 und wurde im Augustiner-Chorherrenstift in Zschillen (heute Wechselburg) beigesetzt, das ihr Gemahl Dedo gegründet hatte. Der folgte ihr bald darauf, und seine Todesumstände sorgen heute noch für Verwunderung: Weil ihm seine außerordentliche Leibesfülle hinderlich war, um den Kaiser nach Apulien zu begleiten, ließ er sich das Bauchfett operativ entfernen und starb - wenig überraschend - an den Folgen des Eingriffs am 16.9.1190.

    Text: Sabine Ebert

    Die Herren von Rosenberg

    Die Rosenberger sind ein Zweig der Familie von Prčice (von Purschitz), die auf Vitek I. (Witigo) von Purschitz (1120 – 1194) zurückgeht. Unter seinen 4 Söhnen teilte sich die Familie in die Zweige Krumau (Krumlov), Rosenberg, Hradec/Neuhaus und Landstein (Landštejn und Třeboň). Seine Tochter Sezema (Sezima) begründete den Zweig der Herren von Sezimovo Ústí.

    Die Grundlage für den raschen politischen und wirtschaftlichen Aufstieg legte Vitek I. als Gefolgsmann der Premysliden. Sein Sohn Vitek III. errichtete die Burg Rožmberk (deutsch = Rosenberg) an der Moldau um ca. 1250, nach der sich die Familie nannte. Dessen Tochter MABILIA VON ROSENBERG heiratete Bernhard II. von Vesta-Kamenz.

    Die große Herrschaft Kamenz in der westlichen Oberlausitz war nach dem Tod Bernhards II. von Vesta, der sich nach seinem neuen Besitztum von Kamenz nannte, an seine drei Söhne Vitek, Bernhard und Bernhard gefallen. Diese gründeten 1248 zusammen mit ihrer Mutter das Zisterzienserinnenkloster Sankt Marienstern und statteten es reich mit Grundbesitz aus. Mabilia war vermutlich die erste Äbtissin des Klosters. Von den drei Brüdern hatte der ältere Bernhard (III.) die Klosterstiftung ganz besonders betrieben, und ALL SEIN ERERBTES GUT, BEWEGLICHES UND UNBEWEGLICHES, dem Kloster geschenkt. Seit 1264 weilte er als Geistlicher am Hof des Herzogs von Schlesien und war in Breslau dessen Kanzler. Er unternahm zwei Italienreisen zum Papst. Seit 1293 war er Bischof von Meißen und sorgte für den Schutz des Klosters. Er blieb bis zu seinem Tod dessen umsichtiger Berater und Schützer, so dass er schon wenige Jahre nach der Gründung mit Recht als der eigentliche Stifter von Marienstern bezeichnet wurde.

    Vielen Dank Freya für 8 wundervolle Jahre

    Die Nachfolger erwarben bedeutende Landes- und Kirchenämter sowie große Besitzungen vor allem in Süd- und Westböhmen. Nicht nur ihre politischen Absichten, sondern auch ihre verwandtschaftlichen Verbindungen zu österreichischen und deutschen Adelsgeschlechtern verbanden die Rosenberger mit der Reichspolitik. Zum politischen und kulturellen Zentrum ihres Besitzes wurde seit dem 14. Jh. Krumau. Im 14. und 15. Jh. standen die Rosenberger häufig an der Spitze der Adelsopposition gegen die herrschende Dynastie der Luxemburger; bis ins 16. Jh. bewahrten die Rosenberger ihre bedeutende Stellung. 1611 starben sie aus.

    Text: Monique Reppe

    Quellen: Markus Bauer: Stern über dem Kamenzer Land: Bernhard von Kamenz und die Anfänge des Klosters St. Marienstern. In: Sächsische Heimatblätter. Band 44, 1998, S. 127–133
    Hermann Knothe: Bernhard von Kamenz, der Stifter des Klosters Marienstern. In: Archiv für die sächsische Geschichte. Band 4, 1865, S. 82–114
    Hermann Knothe: Geschichte der Herren von Kamenz. In: Neues Lausitzisches Magazin. Band 43, 1866, S. 81 ff.

    Die Vögte von Weida, Gera und Plauen

    Die Ahnenreihe beginnt mit dem Ministerialen Erkenbert I. von Weida (vor 1100 – 1143), der 1122 als Zeuge in der Stiftungsurkunde der Kirche zu Plauen auftaucht. Er soll mit Jordane von Gleissberg verheiratet gewesen sein und hatte zwei Söhne, Erkenbert II. und Heinrich I. von Weida. Erkenbert II. (gest. nach 1143) scheint jung und kinderlos gestorben zu sein, da es über ihn keinerlei Angaben gibt. Heinrich I. „der Sachse“ von Weida (um 1122 – 1193) ist Herr zu Thiensberg und Weida und ist eine wichtige Stütze Herzog Heinrich des Löwen. Heinrich I. fällt 1180 vom Herzog ab und wird von Kaiser Friedrich „Barbarosa“ zum Vogt im Vogtland und westlichen Pleißenland ernannt. Heinrich I. gewinnt für sein Haus den Dubnagau mit Plauen und Elsterberg dazu, baut Weida zum ersten Machtzentrum aus und steht als Reichsritter bei verschiedenen Kämpfen an der Spitze kaiserlicher Aufgebote. Er war zweimal verheiratet. Seine erste Frau war Juliane von Schwarzburg, seine zweite Frau Leukarde (Lukardis) von Lauterburg, mit der er seinen Sohn Heinrich II. zeugte.

    Heinrich II. „der Reiche“ von Weida (1164 – 1209) war mit Bertha von Andechs verheiratet, hatte mit ihr drei Söhne und herrschte über ein riesiges Gebiet. Sein Herrschaftsbereich erstreckte sich über Weida, Gera, Plauen, Greiz, Mylau, Ronneburg und die Vogtei Schmölln. Seine Lehnsherren waren Kaiser Heinrich VI., die Erzbischöfe von Mainz, Naumburg und Bamberg, der Landgraf von Thüringen und die Abtei Quedlinburg. Heinrich II. stiftete das Kloster Mildenfurth als Hauskloster seiner Familie und förderte die deutsche Besiedlung im Vogtland. Durch die Rodungstätigkeiten der Siedler baute er seinen Allodialbesitz weiter aus. 1192 weilt er am kaiserlichen Hof in Magdeburg und wird als Reichsministerialer und Marschall bezeichnet. Aus Dankbarkeit zu Kaiser Heinrich VI., in dessen Gunst er stand, begründet Vogt Heinrich II. die Tradition seines Hauses, alle männlichen Nachkommen Heinrich zu nennen.

    Nach seinem Tod wird der große Herrschaftsbereich unter seinen drei Söhnen aufgeteilt. Heinrich III. (1209 – 1219 ; Regierungszeit) wird Vogt von Weida – Ronneburg und erhält weiterhin Werdau, Auerbach und andere Orte. Heinrich IV. (1209 – 1238; Regierungszeit) wird Vogt von Plauen – Gera und der jüngste der Brüder, HEINRICH V. (1209 – 1240; Regierungszeit) wird Vogt von Reichenbach – Greiz. Heinrich V. besaß außerdem Langenreinsdorf. Er war mit Isengard von Waldenburg (um 1180 – 1224/42) verheiratet, die Ehe blieb aber kinderlos. Nach seinem Tod 1240 fiel der Besitz an die Linie Plauen – Gera.

    Heinrich III. von Weida – Ronneburg trat 1219 von seiner Machtausübung zurück und in den Deutschen Orden ein. Er übergab seinen Herrschaftsbereich seinem Sohn Heinrich VI. (1219 – 1255), der im Laufe seiner Herrschaft viele Fehden führte und 1254 ein Schutzbündnis mit den Wettinern eingehen musste. Heinrich VI. war mit Heilika von Hardegg verheiratet und hatte mit ihr einen Sohn. Heinrich VII. von Weida – Ronneburg (1255 – 1262) wurde 1257 zum Landrichter des Egerlandes ernannt.

    Heinrich IV. von Plauen – Gera war mit Jutta von Altenburg (um 1200 – 1268) verheiratet und erhielt dadurch auch Voigtsberg und Ölsnitz. Er hielt es aber wie sein älterer Bruder, dankte 1238 ab und trat in den Deutschen Orden ein. Das Gebiet Heinrich IV. wurde unter seinen Söhnen aufgeteilt, die sich nun Heinrich I. Vogt von Gera (1238 – 1274) und Heinrich I. Vogt von Plauen (1238 – 1303) nannten. Heinrich I. Vogt von Plauen erhielt 1240 Greiz aus dem Besitz seines verstorbenen Onkels Heinrich V. Vogt von Reichenbach – Greiz.

    An dieser Stelle möchte ich die Ahnenreihe aus Platzgründen unterbrechen. Im Spätmittelalter erleben die Vögte von Weida, Gera und Plauen einen zunehmenden Machtverfall. Die Linie Weida stirbt 1531 aus, die Linie Gera 1550. Die ältere Linie Plauen endet 1572 und nur die jüngere Linie Plauen bleibt bestehen. Diese Linie regiert in den ostthüringischen Gebieten als Grafen, später dann als Fürsten von Reuß bis 1918. Die Nachkommen aus dem Hause Reuß existieren heute noch.

    Text: Ralf Jung

    Quellen:dirkpeters.net
    wikipedia.org
    geneaolgie- mittelalter.de

    Die Ritter und Herren von Zehmen

    Über das ursächsische Adelsgeschlecht von Zehmen gibt es ab etwa der Mitte des 14. Jh. eine ganze Reihe von Informationen. Leider kann man das über die Anfangszeit im 12. und 13. Jh. überhaupt nicht sagen. Bisher fand ich nur in der Ersterwähnungsurkunde von Dresden 1206 einen Hinweis auf dieses Rittergeschlecht.

    Als 1. Ritter der sich von Zehmen nennt, tritt uns Friedrich von Zehmen entgegen (1206 Zeuge in oben genannter Urkunde), der als Reichsministerialer mit Sitz südöstlich von Leipzig bezeichnet wird. Möglicherweise lebte Friedrich zwischen 1180 und 1230, was aber nicht belegt ist. Auch über seine Gemahlin und seine Kinder ist nichts bekannt.

    Text: Ralf Jung

    Quellen: dirkpeters.net

    Knecht Jan

    Die Ritter und Herren von Gersdorff (Gerhardisdorf)

    Die Familie von Gersdorff ist ein uradeliges Geschlecht aus der Oberlausitz mit vermutlich fränkischen Wurzeln. Der Ort Gersdorf (12 km westlich von Görlitz) taucht erstmals 1241 in Urkunden auf. Die gesicherte Ahnenreihe beginnt 1301 mit Jencz (Johannes) und seinem Bruder Christian von Gerhardisdorf. Christian ist Landvogt in der Oberlausitz und wird in Urkunden als dominus Christianus advocatus provinciae Gorlicensis dictus de Gerhardisdorf bezeichnet.

    Es ist unklar, ob Otto von Gerhardisdorf (um 1200 – 1259), der mit Bertha von Schönburg verheiratet war, mit Jencz und Christian in verwandtschaftlicher Beziehung stand. Aufgrund der Namensgleichheit und in Ermanglung aufschlussreicher Quellen, gehen wir aber davon aus. Nach Christian und Jencz fand ich noch folgende Vertreter der Familie von Gersdorff: Thauros Nickyl von Gerhardisdorf († nach 1360) und seinen Sohn Thauros Henczil († nach 1374). Thauros Henczil hatte 4 Kinder: T. Nickel († zw. 1430 – 1434), T. Hans († zw. 1397 – 1400), T. Caspar († nach 1408) und Hedwig († unbekannt).

    Von nun an gibt es eine endlose Ahnenreihe mit vielen Verzweigungen bis in die Gegenwart hinein. Bereits 1572 hatten sich 20 Linien der Gersdorffs mit 205 Mannspersonen in Zittau getroffen und auch heute noch finden Familientreffen von 11 Linien mit 73 Mitgliedern statt (Stand 1205). Ausführliche Informationen findet man auf der Seite vom Gersdorff e.V. (www.von-gersdorff.de).

    Text: Ralf Jung

    Quelle: http://www.von-gersdorff.de/03_neuigkeiten/popups/Familie.htm
    http://de.wikipedia.org/wiki/Gersdorff
    dirkpeters.net

    Die Ritter von Hirschfeld

    Die Familie von Hirschfeld ist ein altes meißnisches Rittergeschlecht, welches vom Anfang des 13. Jh. bis ins 19. Jh. belegt ist. Der älteste mir bekannte Vertreter ist Heinrich von Hirschfeld, der 1220 als Burggraf von Görne bei Frankenberg genannt wird. Sein Sohn ist der markgräfliche Rat Reinhold von Hirschfeld, der nach 1274 stirbt. Dessen Sohn ist Arnold von Hirschfeld, der noch 1338 als Marschall des Markgrafen von Meißen bezeichnet wird. Arnold hatte eine Tochter Namens SOPHIE VON HIRSCHFELD, die vermutlich um 1280/90 geboren wurde und mit dem 1304 genannten Tizmann (Theodericus) von Bora, Herr auf Wendischbora verheiratet war. Aus dieser Verbindung ging Hans I. von Bora hervor, der noch vor 1403 starb.

    Neben Reinhold, wird noch Reinhard von Hirschfeld (1240 – 1306) als Ritter und markgräflicher Rat genannt, dessen verwandtschaftliches Verhältnis zu Reinhold nicht bekannt ist. Reinhards Sohn Heinrich von H. (um 1270 – nach 1325) ist Ritter zu Otterwisch und tritt 1317 als Zeuge des Markgrafen von Meißen auf. Von ihm stammt Arnold von H. (um 1300 – 1341/48) ab, der als Ritter genannt wird. Arnolds Sohn Jeniko von H. (um 1325 – nach 1358) wird 1325, 48, 50 und 58 schriftlich erwähnt. Jenikos Sohn Jahn (um 1350 – 1408/22) war zweimal verheiratet. Mit seiner ersten Frau Reinild von Wanzleben (1360 - ?) hatte Jahn einen Sohn Namens Heinrich von H. (vor 1411 – nach 1443), der seinerseits mit Margarethe von Remse verheiratet war und dessen Töchter Anna und Ilse (Elisabeth) in das Haus Schönberg ein heirateten.

    Mit seiner zweiten Frau Adelheid von Schrapelau (um 1375 – 1468) hatte Jahn von Hirschfeld eine Tochter gezeugt, deren Vorname unbekannt ist. Sie wurde mit Rudolf Schenk von Saaleck und von Wiedebach (gest. nach 1410) verheiratet und schenkte Rudolf eine Tochter mit Namen Elisabeth (vor 1439 – nach 1463).

    Wie in den meisten Fällen würde es hier zu weit führen, alle Familienmitglieder zu nennen. Der letzte mir bekannte Vertreter ist Moritz von Hirschfeld (1790 – 1859), der 1825 Jda von Kamptz (1801 – 1869) ehelichte.

    Ob das Adelsgeschlecht von Hirschfeld ausgestorben ist oder nicht, ist mir nicht bekannt.

    Text: Ralf Jung

    Quelle: dirkpeters.net (Familienforschung)

    Die Ritter von Honsberg

    Laut Familienforschung beginnt die Ahnenreihe derer von Honsberg mit einem Ritter, dessen Vorname unbekannt ist. Er könnte Dietrich geheißen haben und wurde um 1180 geboren. Er hatte zwei Kinder Gerlach und Brigitte und starb im Jahre 1243. BRIGITTE VON HONSBERG (um 1215 - ?) war mit Ulrich von Maltitz (gest. nach 1236 – 68) verheiratet und hatte mit ihm 4 Kinder. Gerlach (um 1220 – nach 1243), dessen Gemahlin unbekannt ist hatte 2 Kinder, Dietrich und Sophie. Sophie von Honsberg (um 1250 - ?) heiratete um 1270 Heinrich Marschall von Gnandstein (um1230 – nach 1300) und hatte mit ihm einen Sohn, der nach seinem Vater Heinrich benannt wurde. Dietrich von Honsberg hatte eine Gemahlin Namens Jutta, die er um 1280 heiratete. Ihre Kinder heißen Kunigunde und Friedrich. Kunigunde (um 1290 – nach 1334/50) heiratete um 1310 den Ritter Reinhard von Reinsberg (um 1280 – um 1350) und hatte mit ihm 2 Söhne.

    Friedrich von Honsberg (um 1280 – vor 1344) hatte einen Sohn, der nach seinem Großvater Dietrich benannt wurde. Dietrich (um 1310 – vor 1389) war mit Agnes (gest. nach 1377) verheiratet und hatte 3 Kinder. Anna (um 1350 - ?) heiratete Kaspar von Schönberg (vor 1366 – 1411). Ihre Schwester, deren Vorname unbekannt ist, heiratete Joachim von Heynitz (um 1325 – vor 1395). Nikolaus (um 1345 – nach 1413) hatte einen Sohn Namens Friedrich von Honsberg (um 1380 – 1449), der Elisabeth von Pflug (gest. nach 1427) heiratete.

    Ihr Sohn Titze (Dietrich) von Honsberg (um 1415 – 1485) war mit Margarete von Schönberg verheiratet und hatte 2 Söhne. Hans von H. (um 1450 – nach 1520) war Ritter auf Schweta und heiratete Margarete von Lüttichau (um 1460 - ?). Ihre Tochter Katharina (gest. nach 1499) heiratete Wolf von Weissenbach auf Schönfels (gest. 1535), mit dem sie 5 Kinder hatte.

    Hans Bruder Georg von Honsberg (um 1450 – nach 1520) heiratete eine Tochter aus dem Haus Weissenbach, deren Vorname unbekannt ist. Mit ihr hatte er einen Sohn Namens Georg Sittich von Honsberg (gest. 1540/44), Ritter auf Schweta, der Eva Maria von Pack heiratete. Sie hatten eine Tochter Sophie von Honsberg (gest. 1569), die Nickel Pflug auf Lösnig (gest. 1587) heiratete und 1 Kind mit ihm hatte.

    Ob die Familie von Honsberg ausgestorben ist, ist mir nicht bekannt.

    Text: Ralf Jung

    Quelle: dirkpeters.net

    Die Grafen von Schwarzburg-Käfernburg

    Die Ahnen dieser Grafen sollen bereits im 8. Jahrhundert in Thüringen belegt sein, beginnen möchte ich aber mit Graf Sizzo I. von Käfernburg, der als Mitbegründer des Naumburger Doms in Erscheinung trat und dort heute noch seine Stifterfigur bewundert werden kann. Graf Sizzo I. war außerdem der Schirmherr des Naumburger Hochstiftes und lebte bis etwa zur Jahrtausendwende. In dieser Zeit scheint auch ein erster Vorgängerbau der späteren Höhenburg Käfernburg bestanden zu haben.

    Sein Sohn Günther II. von Käfernburg regierte als Graf bis 1062. Dessen Sohn Sizzo II. (gest. 1075) erscheint in Quellen sowohl als Graf von Käfernburg als auch bereits als Graf von Schwarzburg. Der Sohn Sizzo II. von Käfernburg ist Graf Günther III. (I.) von Schwarzburg (gest. um 1114), der mit Mechthild von Kiew – Wladimir, der Erbin von Beichlingen, verheiratet war. Deren Sohn Sizzo III. von Schwarzburg (1180/90 – 1160) war mit Gisela von Berg (gest. nach 1142) verheiratet und regierte als Graf von 1109 bis 1160. 1142 gründete er das Kloster St. Georgenthal und gilt weiterhin als Erbauer der Höhenburgen Schwarzburg und Käfernburg.

    Sein Herrschaftsbereich wurde unter seinen Söhnen Heinrich I. und Günther II. zunächst aufgeteilt, da Heinrich I. aber ohne männlichen Nachkommen verstarb, fiel dessen Besitz an die Linie Günthers II. zurück. Günther II. von Schwarzburg (um 1135 – 1197) war mit Gertrud von Meißen (Haus Wettin), der Tochter Markgraf Konrads verheiratet und hatte mit ihr 3 Söhne: Albrecht, Heinrich II. und Günther III. von Schwarzburg. Heinrich II. (um 1151 – 1236) nahm Irmgard von Weimar – Orlamünde (gest. nach 1222) zu Frau und zeugte mit ihr 8 Kinder. Ihr Sohn Graf Günther VII. von Schwarzburg – Blankenburg (gest. 1275) war mit Sophie (Haus unbekannt) verheiratet und hatte mit ihr 9 Kinder. 1267 gründet Graf Günther VII. das Kloster Saalfeld.

    Seine Tochter CHRISTIANE VON SCHWARZBURG – BLANKENBURG (gest. 1282) heiratete Burggraf Otto II. von Dohna (gest. zwischen 1256 – 87). Deren Sohn ist Otto III. Burggraf von Dohna.

    Die alte Linie der Grafen von Käfernburg stirbt 1385 aus. Ihre Besitzungen gehen zunächst an die Landgrafen von Thüringen, fallen aber im 15. Jh. an die Schwarzburger zurück. Die Grafen von Schwarzburg teilten sich im Laufe der Zeit in unzählige Nebenlinien auf. Der letzte Vertreter dieses Geschlechts ist Fürst Günter Victor von Schwarzburg – Rudolstadt, der bis 1918 bis zur Abdankung regiert und 1925 kinderlos stirbt. Mit ihm stirbt eines der ältesten thüringischen Adelsgeschlechter aus. Seine Frau Anna Luise war eine gebürtige Prinzessin von Schönburg – Waldenburg, die erst 1951 als Bürgerin der DDR verstarb.

    Text: Ralf Jung

    Quellen: genealogie – mittelalter.de
    dirkpeters.net
    ritterbund – thr.de
    wikipedia.org

    Magd Barbara